Typische Mängel an Motorrädern

Darauf schauen Prüforganisationen

Verschleißbedingte Mängel wie beispielsweise defekte Bremsbeläge, ausgeschlagene Lager oder verschlissene Kettenräder stehen nicht unbedingt im Vordergrund. Die Prüforganisationen achten auf Mängel, die durch Unwissenheit bei Wartung und Umbauarbeiten praktisch ins Motorrad eingebaut werden.

Minderwertige Bremsbeläge

Da Prüfer Motorräder im Rahmen der Hauptuntersuchung auch Probe fahren müssen, haben sie ein Gefühl, welcher Fahrzeugtyp wie bremst. Es fällt daher sehr schnell auf, wenn sich ein Fahrzeug bei der Bremsprobe ungewohnt verhält. Ursache hierfür sind oft, vom normalen Verschleiß einmal abgesehen, Bremsbeläge aus dem Zubehörhandel. Manche werden ohne KBA-Nummer und daher sehr günstig verkauft, haben aber oft die vorgeschriebenen Tests nicht durchlaufen oder nicht bestanden. Das Benutzen derartiger Bremsbeläge kann bis zum Totalausfall der Bremsanlage führen. Natürlich sind nicht alle Bremsbeläge aus dem Zubehörhandel minderwertig: Aber ein Laie kann gute Ware kaum von Murks unterscheiden.

Lichtanlage: Blinker und Scheinwerfer

Seit einiger Zeit ist der Trend zu Miniblinkern und Zusatzscheinwerfern zu beobachten. Dabei sollte immer geprüft werden, ob in den Gläsern das EG-Prüfzeichen (ein E, gefolgt von einer Ziffer zwischen 1 und 16 und einer zusätzlichen Zahlenkolonne) vorhanden ist: Dieses EG-Prüfzeichen dokumentiert, dass Blinker oder Scheinwerfer typgeprüft sind und daher die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Alle lichttechnischen Einrichtungen mit Typprüfung dürfen am Fahrzeug ohne zusätzliche Anbauabnahme montiert werden. Der Anbau muss allerdings den gesetzlichen Bestimmungen (StVZO bzw. EG-Vorschriften) entsprechen. Wer sein Fahrzeug gerne lichttechnisch umgestalten möchte, sollte sich die entsprechenden Passagen in den Bau- und Betriebsvorschriften der StVZO und der EG-Verordnungen gründlich durchlesen.

Reifengröße, -bauart und Profiltiefe

Motorradreifen sind in ihrer Gesamtheit als das Sicherheitsinstrument Nummer eins des Motorrades zu betrachten. Neben dem, was der Fachmann als Grip bezeichnet, haben Motorradreifen auch andere Aufgaben zu erfüllen. Reifen werden von den Konstrukteuren im Federmassesystem Motorrad ganz bewusst als Dämpfungsglied eingesetzt. Damit sind sie entscheidend dafür verantwortlich, wie komfortabel ein Cruiser oder wie hart ein Supersportler reagiert. Wichtig ist deshalb, dass die in der Zulassungsbescheinigung vorgeschriebene Reifengröße und vor allen auch die festgeschriebene Reifen-Bauart tatsächlich am Fahrzeug montiert ist. Über die Bedeutung der Buchstabenkürzel und Zahlenschlüssel der Reifen informieren entsprechende Broschüren beim Reifenhändler, die Internetseiten der Marken oder hier.

Weil nicht jeder Motorradfahrer mit einem Profiltiefenmesser ausgerüstet ist, haben die Reifenhersteller den sogenannten TWI (Kürzel fürs englische Wort Tread Ware Indicator) eingeführt. Dieser besteht aus einer im Profilgrund einvulkanisierten Erhöhung und soll eigentlich 1,6 mm betragen. Hat der Reifen Profiltiefen von 1,6 oder weniger, bildet der TWI eine Ebene mit dem Profilblock: Es sieht aus, als ob die Profilrille unterbrochen wäre.

Manche Reifenhersteller schreiben auf die Seitenwände ihrer Produkte explizit TWI: Von hier aus eine Verlängerung auf das Profil des Reifens gedacht und die Markierung ist gefunden. Andere Reifenhersteller benutzen ein Dreiecksymbol oder wie Michelin das berühmte Michelin-Männchen.

Motorradcheck im Frühling: Batterie, Bremsen, Reifen, Kette…

Tipps und Infos zum Motorradcheck im Frühling: Auch wenn die ersten warmen Tage noch ein wenig auf sich warten lassen – jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, das Motorrad aus der Ecke zu schieben und für die Saison fit zu machen.

Hier fünf Checkpunkte für einen sicheren Saisonstart, zusammengestellt vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK):

1. Batterie: Ohne sie läuft gar nichts, ein leerer Akku kann die erste Ausfahrt beenden, bevor sie begonnen hat. Zuerst die Spannung prüfen: Liegt sie unter 12,5 Volt, wird die Power knapp – also nachladen. Aber Vorsicht, immer mehr Maschinen besitzen AGM- oder Gel-Batterien, die spezielle Ladegeräte benötigen. Kritisch sind auch ältere, nicht wartungsfreie Batterien: Bei ihnen muss regelmäßig der Säurestand geprüft und mit destilliertem Wasser ergänzt werden. Laien ist wegen der Verletzungsgefahr durch Säure davon eher abzuraten.

2. Bremsen: Das wichtigste Sicherheits-Instrument, das keine Kompromisse duldet. Der erste Blick gilt den Belägen – unter zwei Millimeter Stärke (die Trägerplatte nicht inbegriffen) gehören sie erneuert. Der zweite Blick gilt der Bremsflüssigkeit: Ist sie älter als zwei Jahre, ist der Wechsel überfällig. Manche Hersteller schreiben sogar einen jährlichen Wechsel vor. Zum Schluss ein kleiner Test: Lässt sich das Motorrad nach dem Betätigen beider Bremsen nur schwer schieben? Dann ist wahrscheinlich ein Belag in seinem Schacht verklemmt oder ein Bremskolben schwergängig. Das muss eine Werkstatt klären.

3. Reifen: Die Nahtstelle zwischen Feuerstuhl und Straße, entsprechend wichtig ist das Profil. Mindestens 1,6 Millimeter schreibt der Gesetzgeber vor, bei Regen viel zu wenig. Besser sind drei Millimeter für mehr Sicherheit. Anders sieht es beim Luftdruck aus. Hier sollte niemand seine Reifen härter aufpumpen, als es die Bedienungsanweisung vorgibt – die Fahrzeugentwickler haben sich etwas bei den Angaben gedacht. Zum Schluss die Rundumkontrolle: Bei aufgebockter Maschine jedes Rad Zentimeter für Zentimeter auf Risse oder Fremdkörper im Profil kontrollieren; auch das Ventil auf Risse oder mögliche undichte Stellen prüfen.

4. Kette: Sie muss die volle Motorkraft auf das Hinterrad übertragen. Verschleiß lässt sich daran erkennen, wie weit sich die Kette von ihrem großen Rad abheben lässt – mehr als ein paar Millimeter sollen es nicht sein. Manche Marken geben auch ein Verschleißmaß an. Dann darf die Kette auf zehn Nieten bezogen eine bestimmte Länge nicht überschreiten. Und selbstverständlich dürfen die Kettenräder nicht aussehen wie die Blätter einer Kreissäge – bei spitzen Zähnen ist die Verschleißgrenze längst überschritten. Zum Schluss: Korrekte Spannung einstellen und das Schmieren nicht vergessen.

5. Beleuchtung: Überlebenswichtig, damit das schmale Zweirad nicht übersehen wird. Alle Leuchten überprüfen, bei älteren Maschinen auch mal die Lampen ausbauen. Sieht der Glaskolben schwärzlich aus? Dann ist die Helligkeit nicht mehr gegeben, ein Austausch ratsam. Die Lampe des Abblendlichts sollte generell vor jeder Saison erneuert werden. Sie ist starken Vibrationen ausgesetzt, ihre Lebensdauer daher eingeschränkt. Ein Ausfall mitten in der Saison, womöglich bei Nacht, wäre unnötiger Stress.

„Wer sich diese kurzen Checks nicht selbst zutraut, beauftragt am besten seine Werkstatt“, so der ZDK. Die meisten holen und bringen die Maschine, viele bieten auch einen mobilen Service an, dann kommt ein Mechaniker vorbei. So vorbereitet, sollte die erste Fahrt vom ersten Meter an Spaß machen

Gehörschutz für Motorradfahrer

Der Motor des eigenen Fahrzeuges und die Abrollgeräusche der Reifen erzeugen schon gehörigen Lärm: Vor allem zusammen mit dem Fahrtwind kann sich eine starke Geräuschkulisse ergeben. Durch diesen akustischen Stress und dadurch nachlassender Konzentrationsfähigkeit können gerade bei Viel- und Langstreckenfahrern dauerhafte Schädigungen des Gehörs die Folge sein. Eine Untersuchung der niederländischen Motorradpolizei hat gar gezeigt, dass bei einem „normalen“ Motorradhelm schon 90 Sekunden bei Tempo 160 genügen können, um bleibende Schäden zu verursachen.

Lärmmessung beim Helmtest

Bei diversen Helmtests des ADAC war das Geräuschverhalten der getesteten Helme sehr unterschiedlich. Einem mittleren Schalldruckpegel von rund 84 dB(A) bei 100 km/h des leisesten Helms im Test standen schon 92 dB(A) beim zweiten und gar fast 95 dB(A) beim lautesten Helm entgegen. Übrigens: Schon drei dB(A) werden als Lärmverdopplung empfunden.

Die individuelle Obergrenze des noch zu ertragenden Schalldruckpegels ist bei Menschen zwar unterschiedlich, hohe Schalldruck-Belastungen über längere Zeit führen aber unausweichlich zu akuten Gehörstörungen bis zu Schwerhörigkeit, Tinnitus oder sogar Taubheit.

Werte aus dem gewerblichen Lärmschutz machen das Problem deutlich. Zonen mit Schalldruckpegeln über 85 dB(A) gelten als Lärmbereiche, für Arbeiten muss Gehörschutz zur Verfügung gestellt werden. Bei Pegeln über 90 dB(A) muss gar zwingend Gehörschutz getragen werden. 85 dB(A) gilt als Bezugsschalldruckpegel, nur bei dem darf acht Stunden gearbeitet werden. Mit steigender Lärmbelastung reduziert sich die Arbeitszeit.

Nicht jeder Gehörschutz ist geeignet

Wer also oft und vor allem lange Strecken unter die Räder nimmt, der sollte zu geeigneten Gehörschützern greifen, die den Hörpegel auf ein erträgliches Maß reduzieren. Da die Straßenverkehrsordnung (§ 23 StVO) alle Fahrzeuglenker zwingend verpflichtet, die Aufmerksamkeit für die (Verkehr-)Umwelt nicht zu beeinträchtigen, sind aber nicht alle Angebote in Sachen Gehörschutz für Zweiradpiloten geeignet. Schließlich müssen unter anderem Warnsignale wie ein Martinshorn wahrgenommen werden.

Die beste Lösung sind spezielle, individuell angefertigte Otoplastiken (Oto = griechisch Ohr). Diese Lärmstopper sind aus Acryl, Silikon oder Nylon und werden vom Hörgeräteakustiker auf den persönlichen Gehörgang abgestimmt. Obwohl für solche „Ohrenschützer“ ab 50 Euro bezahlt werden müssen, haben sie mehr Vorteile als die starke Dämmung: Neben leichtem Handling und optimalem Tragekomfort halten sie in der Regel mehrere Jahre. Bei einigen Modellen (Preise zwischen 70 und 85 Euro) können sogar verschiedene Frequenzfilter genutzt werden, so dass sie beispielsweise auch für Motorrad-Sport, Holzsägen, Rockkonzerte oder Disko geeignet sind.

Im Motorrad-Fachhandel werden auch waschbare Langzeit-Ohrenstöpsel mit Wechselfilter ab 20 Euro angeboten, die bei Stiftung Warentest die gute Note 2,1 erreichten. Dort erhältliche, fertig geformte elastische Ohrstöpsel für Motorradfahrer zum einmaligen oder mehrfachen Gebrauch (ab 3,50 Euro) oder vor dem Gebrauch zu formende Gehörschutzstöpsel aus formbarem PU-Dehnschaumstoff (ab 5 Euro) sind günstiger, bieten aber bestenfalls ausreichenden Lärmschutz.

Gut starten im Frühjahr – Batteriepflege im Winter

 

Wenn die Batterie eines Motorrades oder Motorrollers lange leben soll, ist Wartung unerlässlich. Besonders gilt dies fürs richtige Überwintern. Die Motorrad-Experten des ADAC haben die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Laden, Lagerung und Temperatur

Weil bei motorisierten Zweirädern die Batterie aus Platz- und Gewichtsgründen klein ist, kann durch richtige Wartung und Pflege ihre Lebensdauer entscheidend verlängert werden. Dringender ADAC Rat ist, bei einer „Einmottung“ von Motorrad und Roller die Batterie auszubauen, sie voll zu laden und an einem kühlen Ort um zehn Grad Celsius zu lagern. Wer eine Pause von rund drei Monaten einlegt, der sollte die Batterie mit einem Ladegerät mindestens einmal zwischendurch laden, um wieder 100 Prozent der Kapazität zu erreichen. Selbstverständlich gilt dies auch fürs Ende der Standzeit. Der Ladevorgang sollte allerdings in einem temperierten Raum von rund 20 Grad laufen, allerdings nicht in Wohn- oder Schlafräumen.

Beim Ausbau der Batterie sollte übrigens immer der Minuspol zuerst abgeklemmt werden und beim Einbau auch wieder zuletzt angeklemmt werden. Beim Einbau der Batterie sollen die Klemmen an die sauberen und fettfreien Pole montiert und danach erst mit Polfett geschützt werden. „Gut starten im Frühjahr – Batteriepflege im Winter“ weiterlesen

Keyless Motorrad: Leichte Beute für Diebe

Keyless-Schließsysteme, die das schlüssellose Entsperren und Starten eines Pkw ermöglichen, gibt es auch bei Motorrädern. Wir haben drei Motorräder untersucht – mit verheerendem Ergebnis.

Ähnlich wie Autos mit diesem System sind auch Bikes mit Keyless-Schließfunktion eine leichte Beute für Diebe. Wir haben drei Motorräder der Marken BMW R 1200 RS, Ducati Multistrada 1200 D-air und KTM Super Duke R untersucht, mit fatalem Ergebnis: Bei allen Bikes lässt sich mit einem selbst gebauten Funkverstärker die Lenkung entriegeln, die Zündung einschalten und der Motor starten.

„Die Motorradhersteller haben die Pflicht, die Fahrzeugelektronik ebenso systematisch abzusichern, wie das in anderen IT-Bereichen längst Standard ist. Für Besitzer betroffener Bikes sollte es zudem möglichst rasch Abhilfe durch entsprechende Nachrüstungen geben“, fordert Reinhard Kolke, ADAC Leiter Test und Technik.

Sicherheitslücken bei den Komfortschlüsseln

Die offenkundige Sicherheitslücke bei den Komfortschlüsseln erleichtert Dieben ihr Handwerk ungemein: Die Funkverbindung zwischen Schlüssel und Fahrzeug lässt sich problemlos über weite Distanzen verlängern. Unabhängig davon, ob sich der Originalschlüssel beispielsweise im Haus oder der Jackentasche des Besitzers befindet.

Auch Wegfahrsperre oder Alarmanlage können auf diese Weise überwunden werden. Nach unseren Erkenntnissen lassen sich die für den Diebstahl erforderlichen Geräte mit geringem Aufwand aus handelsüblichen Elektronikbauteilen herstellen.

Das können Sie tun

Wir raten Motorradfahrern, den Funkschlüssel innerhalb von Gebäuden nicht in der Nähe von Außentüren und Fenstern aufzubewahren. Weiter sollten sie das Motorrad beispielsweise durch Bremsscheibenschlösser zusätzlich sichern und wenn möglich in einer geschlossenen Garage parken.

Quelle: ADAC

Reifenfreigaben und Kennzeichnung von Motorradreifen

Die nicht einmal postkartengroße Aufstandsfläche der beiden Reifen sind der einzige Kontakt zwischen Motorrad und Fahrbahn. Obwohl die Gummis damit ganz wichtige sicherheitsrelevante Bauteile sind, schenken ihnen viele Motorradfahrer offenbar nicht die nötige Beachtung. Nachfolgend findet Ihr einige Erklärungen über die Kennzeichnungen auf Reifen und die Adressen wo Ihr Unbedenklichkeitserklärungen und Freigaben herunterladen könnt:

Kennzeichnung auf Motorradreifen

Freigaben und Unbedenklichkeitserklärungen

Warum „klackt“ ein Motorradgetriebe beim Einlegen des ersten Gangs?

Manche denken, da ist was kaputt, aber es ist normal. Es liegt daran, dass schlagartig alle rotierenden Zahnräder zum stehen kommen. Dadurch wird die Rotationsenergie abgebaut und in das Motorrad eingeleitet. Das gibt einen Ruck und macht sich auch akustisch bemerkbar. Wie das in der Praxis aussieht, zeige ich hier an einem offenen Getriebe einer CBF1000.