Demos gegen Motorradfahrverbote

Hier bekommt Ihr viele Termine in ganz Deutschland:

Nach dem Bundesrat Beschluss vom 15.05.2020 geht ein Ruck durch die Motorradfahrer.
An vielen Orten werden DEMO´s gegen Streckensperrungen organsiert. Von Vereinen, Facebookgruppen und sonstigen Gruppen die sich gebildet haben.
Hier den Überblick zu behalten ist aktuell kaum möglich. Die Kommunikationswege der verschiedenen Veranstalter sind extrem unterschiedlich. Diese reichen von offiziellen Pressemitteilung und Informationen auf Webseiten bis ausschliessliche Verbreitung von Informationen über die sozialen Medien, wie Facebook.

Anhängend eine unverbindliche und wahrscheinlich auch unvollständige Übersicht was an diesem Tag geplant wird.
Achtung, diese Übersicht ist rein zur Information was geplant wird! Der BVDM ist NICHT Veranstalter der Demonstrationsfahrten. Er  kann nicht prüfen ob die Veranstaltung angemeldet und genehmigt ist. Er hat keinen Einfluss auf den Ablauf der Veranstaltung oder den Inhalt des Weblinks. Bei Fragen zu den Veranstaltungen wendet Euch bitte direkt an den Veranstalter, der BVDM ist hier weder Ansprechpartner noch Haftbar.
Wer demonstrieren will sollte sich auf jeden Fall Samstag den 04.Juli 2020 vormerken:

In Facebook gibt es Übersichten mit Infos zu den Veranstaltungen in München, Düsseldorf, Karlsruhe, Berlin Dresden und Oldenburg:
https://www.facebook.com/groups/573589926872077/events/
Zu den Veranstaltungen der BifF in Hamburg, Stuttgart, Wiesbaden, Berlin, Schweinfurt und Papenburg:
https://www.facebook.com/pg/BifF-Veranstaltungen-am-4072020-103486861406383/events/

Samstag, 4. Juli 2020 10:30-14:30 Uhr
Matthias-Pschorr-Straße, 80339 München, Deutschland, Theresienwiese
Veranstalter: BLUE PEERS – Biker helfen Bikern, https://www.bluepeers.de/
Weitere Infos: https://motorcycles.news/event/demo-nein-zum-fahrverbot-fuer-motorradfahrer-am-wochenende/
oder über Facebook: https://www.facebook.com/events/392182198842942/

Samstag 4. Juli 2020 Sternfahrt zum Platz der Grundrechte
Platz der Grundrechte, 76133 Karlsruhe
Veranstalter: Rennleitung#110   Web: http://www.rennleitung-110.de/
Weitere Infos über Facebook: https://www.facebook.com/events/554093811960369/

Samstag, 4. Juli 2020,  13-16 Uhr, NRW Kundgebung gegen Streckenververbote Düsseldorf
Stockumer Höfe, 40474 Düssldorf – Messeparkplatz
Veranstalter: Mehrere Privatpersonen
Weitere Infos über Facebook: https://www.facebook.com/events/809681766106184/

Samstag, 4. Juli 2020,  15-17 Uhr, Demo&Sternfahrt in
Europaplatz 12, 26123 Oldenburg, Parkplatz der Weser-Ems Halle
Veranstalter:  Privatpersonen
Weitere Infos über Facebook: https://www.facebook.com/groups/573589926872077/permalink/584769669087436/

Samstag, 4. Juli 2020. 14-16:30  Kundgebung gegen Fahrverbote
Theaterplatz, 01067 Dresden
Infos über Facebook https://www.facebook.com/events/264826351431308/

Samstag, 4. Juli 2020 verschiedene Orte und Zeiten
Gleich eine ganze Reihe von Demo´s bzw. Sternfahrten planen die Biker for Freedom (BifF)
Berlin, Hamburg, Stuttgart, Papenburg, Wiesbaden, Bodensee,…

Weitere Infos über Orte und Zeiten über Facebook:
https://www.facebook.com/BifF-Veranstaltungen-am-4072020-103486861406383/?modal=admin_todo_tour

Interessant wird auch das Wochenende drauf. Nach vorliegenden Ankündigen planen zwei Veranstalter jeweils Samstag und Sonntag eine Demonstration in Berlin:

Zum einen die „BB Rider East“ Samstag 11.07.2020 ab 12 Uhr eine Sternfahrt zum Brandenburger Tor
Treffpunkte: Spinnerbrücke und Panketal (Ortsteil Schwanebeck an der HEM Tankstelle)
Weitere Infos über Facebook: https://www.facebook.com/pg/BB-Rider-East-155871858267304/posts/

Zum anderen die Schräglagenfreiheit am Sonntag 12. Juli 2020, 11 Uhr
Treffpunkt: Olympischer Platz, 14053 Berlin
Weitere Infos: https://www.schraeglagenfreiheit.de/
oder über Facebook: https://www.facebook.com/events/s/motorrad-demonstration-in-berl/548796159125550/

Ebenfalls am Sonntag den 12. Juli 2020 Korso zum Augustusplatz.
Treffpunkt 11:00 Uhr auf dem Parkplatz Paunsdorf Center Leipzig
Veranstalter: Der Runde Tisch Leipzig
Infos unter Facebook: https://www.facebook.com/1719986891556631/

Sonntag, 26.Juli 2020. Demofahrt gegen drohende Fahrverbote (ca. 90 km)
Start um 11:00 Uhr am Parkplatz der  METRO, Industriestraße 42 in Gundelfingen bei Freiburg
Veranstalter: bmm-das Motorradmagazin für Baden-Württemberg
Infos unter: https://www.facebook.com/events/3039350069495349/

Gegedemos gegen Sonntagsfahrverbote für Motorräder

Hallo,

wir sind durch einen Zeitungsartikel auf euch aufmerksam geworden und bekämpfen gerade genau wie ihr den Beschluss des Bundesrates Drucksache 125/20.
Wir organisieren am 04.07. mit vielen begeisterten Motorradfahrern Kundgebungen in verschiedenen Städten in ganz Deutschland https://m.facebook.com/groups/573589926872077?view=events&ref=group_browse .
Über eure Teilnahme würden wir uns sehr freuen, da dies nach einigen anderen Aktionen erst der Anfang der Gegenwehr ist.
Vielleicht mag jemand von euch an einem der Veranstaltungsworte seine Meinung zur Arbeitsplatzbedrohung öffentlich kund tun.
Viele Grüße Anika

 

Hier noch eine Presseerklärung der Worker-Wheels Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg: Presseerklärung Worker Wheels 21.06.2020 final

Zeitungsartikel über die Worker Wheels

Fahrverbote für Motorräder am Wochenende? IG Metall kritisiert Land scharf

Laut einer Inititative des Bundesrates dürften Motorräder nur noch einen Geräuschpegel von 80 Dezibel aufweisen – Etwa die Lautstärke eines Rasenmähers. Bei Verstößen würden heftige Sanktionen drohen.

Die Worker Wheels der IG-Metall fürchten eine Enteignung durch die Hintertür auf Basis der Initiative gegen Motorradlärm.
Die Worker Wheels der IG-Metall fürchten eine Enteignung durch die Hintertür auf Basis der Initiative gegen Motorradlärm. Foto: IG Metall Wolfsburg

Region. Der Bundesrat hat der Bundesregierung am 15. Mai eine Initiative gegen Motorradlärm übergeben und fordert diese auf, die Vorschläge in nationales und EU-Recht umzusetzen. Neben der Lärmreduzierung fordert der Bundesrat ein Fahrverbot von Motorrädern an Sonn- und Feiertagen, wenn diese einen Grenzwert von 80 Dezibel überschreiten – in diesem Bereich liegen etwa Rasenmäher. Die Motorradgruppen der IG-Metall Geschäftsstellen Braunschweig, Salzgitter-Peine und Wolfsburg erklären sich solidarisch mit den Protesten von Motorradfahrern gegen die drohenden Fahrverbote und veröffentlichte hierzu eine Pressemitteilung.

Die Motorradgruppen der IG Metall Geschäftsstellen Braunschweig, Salzgitter-Peine und Wolfsburg, die dort als Worker Wheels organisiert sind, erklären ihre Solidarität mit den Aktionen gegen die Bundesratsinitiative. Die Mitglieder der Worker Wheels seien aufgefordert, sich diesen Aktionen anzuschließen und so ihrem Protest gegen Fahrverbote Ausdruck zu verleihen. Von der Bundesregierung erwarte man, dass sie die Initiative des Bundesrates zurückweist und nicht weiterverfolgt. Der Landesregierung in Hannover werfe die IG Metall vor, dass sie diese Initiative unterstütze und ihr ohne Rücksprache mit der Motorradszene zugestimmt hat.

Der Grenzwert sei unrealistisch

Die Bundesratsinitiative zur Reduzierung des Lärms fordert für alle zugelassenen vier Millionen Motorräder in Deutschland einen nicht einzuhaltenden Grenzwert. Sollte die Initiative wie vorgeschlagen umgesetzt werden, könnten somit vorschriftsmäßig ausgestattete und legitim betriebene Motorräder an den Sonn- und Feiertagen nicht mehr genutzt werden. „De facto ist das eine Enteignung durch die Hintertür“, so Norbert Stoltze von den Worker Wheels Braunschweig. „Wir Bikerinnen und Biker werden hierdurch diskriminiert! Andere Verkehrsteilnehmer, die auch die vorgeschlagenen Grenzwerte überschreiten, dürfen weiterhin durch den Harz oder anderen beliebten Gegenden fahren.“, so Stoltze weiter.

Weiterhin sei bei der Bundesratsinitiative eine drastische Verschärfung bei der Nichteinhaltung des Grenzwertes verlangt worden. So werden Beschlagnahmungen und die Umkehrung der Beweislast bei Verstößen empfohlen. „Das lehnen wir ab. Eine gesetzliche Verschärfung ist gar nicht notwendig. Schon jetzt können von der Polizei Motorräder, an denen zum Beispiel ein nicht zugelassener und zu lauter Auspuff montiert ist, wegen erloschener Betriebserlaubnis sofort stillgelegt werden“, sagt dazu Roland Schwarz aus Salzgitter.

„Das ist technisch gar nicht möglich“

Der Bundesrat fordert die Einhaltung des Grenzwertes von 80 Dezibel über alle Drehzahlbereiche eines Motorrades. Dieses ist technisch bedingt bei fast allen Motorrädern gar nicht möglich. „Im Gegensatz zu Autos sind die Motoren bei Motorrädern nicht gekapselt.“, so Thorsten Mislak von den Worker Wheels Wolfsburg. Und weiter: „Die vom Bundesrat empfohlenen E-Motorräder sind im Vergleich wesentlich teurer als E-Autos und haben noch weniger Reichweite. Außerdem fehlt genauso wie für Autos ein flächendeckendes Ladesäulensystem.“

Initiative gefährdet Arbeitsplätze

Vollkommen unverständlich sei es für die Worker Wheels, dass die Landesregierung dieser Bundesratsinitiative zugestimmt hat. Sitzen doch im Aufsichtsrat von Volkswagen Wirtschaftsminister Althusmann und Ministerpräsident Weil. Von beiden hätten wir einen offenen Umgang mit dieser Initiative und einen Dialog mit der Motorradszene erwartet. Denn zum Volkswagenkonzern gehört auch der italienische Motorradhersteller Ducati in Bologna. Ein großer Absatzmarkt dieser Marke ist Deutschland und hier insbesondere die Städte mit VW-Standorten. Sollte die Länderinitiative in der vorgeschlagenen Fassung Gesetz werden, so sind mittelfristig Arbeitsplätze im Ausland gefährdet.

Wirtschaftszweige sind auf Biker spezialisiert

In der Region Südostniedersachsen und im gesamten Land Niedersachsen ist die Motorradwirtschaft auch ein Arbeitgeber. Die Gesetzesinitiative und Verbote gefährden Arbeitsplätze in den beliebten Zielen der Motorradfahrer, wie Harz oder Weserbergland. Viele Gaststätten und Hotels haben sich auf Bikerinnen und Biker spezialisiert. Denn dieser Personenkreis betreibt ein kostenintensives Hobby und ist oft auch über das Wochenende unterwegs. Zudem gibt es in der Region Braunschweig und Wolfsburg viele Handwerksbetriebe, die zum Beispiel vom Verkauf oder der Reparatur der Motorräder leben. Auch einige namhafte Großhändler sind in der Region beheimatet. Die geplante Gesetzesinitiative und der damit verbundenen Reduzierung der Attraktivität für das Motorradfahren würde diesen Betrieben die wirtschaftliche Grundlage entziehen und letztendlich auch in diesem Wirtschaftszweig Arbeitsplätze gefährden.

Appell an die „Schwarzen Schafe“

Technische Veränderungen zur Lärmreduzierung an Motorrädern dürfen nur bei zukünftigen Zulassungen umgesetzt werden. Eine rückwirkende Änderung von technischen Zulassungsregeln lehnen wir ab. Und an die „Schwarzen Schafe“ unter den Bikerinnen und Bikern richten die Worker Wheels den Appell: „Hört auf mit den illegalen technischen Veränderungen an euren Motorrädern. Denn Straßenlärm ist schädlich und macht krank.“ Hierzu abschließend Norbert Stoltze: „Von jedem Biker und Bikerin erwarten wir ein verantwortungsvolles Verhalten im Straßenverkehr. Im hohen Drehzahlbereich durch die Orte oder dreimal posierend an der Eisdiele vorbei, muss wirklich nicht sein.“

40 Jahre mit der BMW GS – Ausfahrt mit der Mutter der Reiseenduros

Zwei Zylinder-Boxer, lange Federwege und eine bequeme Sitzposition: Mit der R80 G/S erfindet BMW vor 40 Jahren ein neues Segment. Doch wie fährt sich die Mutter aller Reiseenduros heute?

Es gleicht der Fahrt mit einem Fahrstuhl: Kurz Gas geben und das Heck hebt sich. Abbremsen und die Federn tauchen wieder ein. Wer heute eine historische BMW R80 G/S fährt, der wundert sich über dieses Fahrverhalten. Das war vor 40 Jahren neu und ungewöhnlich, dem Erfolg der GS tat es aber keinen Abbruch – sie ist seit Jahrzehnten das meistverkaufte Motorrad in Europa.


Vor 40 Jahren war die erste G/S etwas sehr Besonderes.
(Foto: Fabian Hoberg)
Dabei war der Start der Maschine weder einfach noch so richtig geplant. BMW schlittert 1979 mit seinen gediegenen Motorrädern in eine Absatzkrise, vor allem der wichtige US-Markt bricht fast vollständig ein. Neue Ideen und neue Produkte müssen schnell her – ohne lange Entwicklungsarbeit. Ein paar Ingenieure hatten schon Jahre vorher eine Geländesportmaschine als Prototyp auf Basis der R 80/7 entwickelt, den „roten Teufel“. Mit dieser speziellen Mischung fahren sie recht erfolgreich Rennen.

Um ihre Idee der Geschäftsleitung anbieten zu können, rüsten sie das Motorrad für die Straße um und verpassen ihm das Kürzel G/S: G für Gelände und S für Straße. Die Idee ist allerdings nicht neu: Schon seit Mitte der 1950er-Jahren hat Triumph sein Zweizylinder-Modell TR6 als Trophy für die USA im Programm. Die Maschine mit längeren Federwegen, Stollenreifen und hochgelegter Auspuffanlage wird mit dem Film „The great Escape“ mit Steve McQueen bekannt und erfreut sich danach zunehmender Beliebtheit.

Robust und leistungsstark


Triumph hatte mit der TR6 bereits in den 1950er Jahren eine Maschine mit langem Federweg und Stollenbereifung im Programm. Hollywood-Star Steve McQueen hat sie bekannt gemacht.
(Foto: McQueen)
Schon ein knappes Jahr später ist die G/S serienreif und wird verkauft. Neben den grobstolligen Reifen und der größeren Bodenfreiheit setzt die neue Maschine auf eine innovative Einarmschwinge samt wartungsfreiem Kardanantrieb, 800-Kubikzentimeter-Zweizylinder-Boxer mit 50 PS der R80/7 und einem 21 Zoll großen Vorderrad. Das bietet einige Vorteile: Das Hinterrad lässt sich dank nur dreier Schraubverbindungen in wenigen Minuten ausbauen und das ohnehin lästige Kettenspannen entfällt.

Der Zweizylinder-Boxer mit zwei Ventilen pro Zylinder und Stößelstangen arbeitet zuverlässig, ist robust, einfach konzipiert, sodass sich Reparaturen auch in einer Hinterhofwerkstatt in Zentralafrika oder dem Amazonas-Gebiet bewerkstelligen lassen. Die BMW R 80 G/S ist die erste Enduro mit zwei Zylindern und ordentlich Hubraum. Mit 50 PS zählt sie 1980 zur leistungsstärksten, wenn auch schwersten Enduro auf dem Markt. Dafür bietet sie eine Zuladung von fast 200 Kilogramm. Die Zielgruppe steht damit fest: Abenteurer, Weltenbummler und solche, die sich so fühlen möchten.

Handling wie ein Mofa


Die R80 G/S hatte schnell den Ruf, sehr robust und leistungsstark zu sein.
(Foto: Fabian Hoberg)
Die sitzen Anfang der 1980er-Jahre auf einem sehr schmalen Motorrad mit schmaler Sitzbank, niedriger Sitzhöhe und einem spartanischen Cockpit. Vollgetankt wiegt der Oldie zwar 192 Kilogramm, aber das Handling gleicht dem eines Mofas. Draufsetzen, Tank zwischen die Beine klemmen und das Cockpit inspizieren. Neben dem eigentlich immer beschlagenen Tacho zählen fünf Kontrolllampen dazu – einen Drehzahlmesser gibt es seinerzeit nur optional. Ebenso wie weiteres Zubehör für Hasardeure: Handprotektoren, Sturzbügel, Unterfahrschutz, Koffersystem, härtere Federn und einen größeren Tank mit bis zu 43 Liter Volumen. Denn mit dem serienmäßigen 19,5 Liter großen Tank und einem Verbrauch von rund 8 Litern sind lediglich knapp 250 Kilometer am Stück möglich.

Beide Schutzbleche sind nach oben gerückt und bieten zum Reifen hin ausreichend Platz, der Auspuff liegt weit oben und endet in Höhe der Sitzbank. Vor 40 Jahren sieht das bei Motorrädern auf der Straße ungewöhnlich aus, hat aber abseits öffentlicher Wege durchaus einen Sinn: Flussdurchfahrten sind solange kein Problem, bis die beiden tiefer liegenden Vergaser am Motor Wasser ansaugen. Zwar hat BMW die G/S nicht für hartes Gelände konzipiert, aber für schlechte Feldwege, Schotterpisten und harten Sand. Vier Monate nach der Präsentation gewinnt der Franzose Hubert Auriol auf einer Wettbewerbsversion die Rallye Paris-Dakar, fünf weitere Siege der G/S folgen. Die festigen den Ruf der G/S als unverwüstliche Enduro. Aber auch auf Landstraßen und in der Stadt kommt die schwere BMW gut an. Noch heute.

Gewöhnungsbedürftiger „Fahrstuhl-Effekt“


Das Cockpit der R80 G/S war aus heutiger Sicht spartanisch.
(Foto: Fabian Hoberg)
Mit einem satten „Klack“ rastet der erste von fünf Gängen ein, bei leicht geöffnetem Gasgriff ziehen sich die beiden Vergaser den Kraftstoff rein und die G/S rollt los. Nicht ausschließlich nach vorne, sondern auch ein Stück weit nach oben. Grund ist damals neue, „Monolever“ genannte Einarmschwinge, die sich mit einem Federbein gegen den Rahmen abstützt und das Heck nach oben stemmt. Dieser „Fahrstuhl-Effekt“ ist anfangs gewöhnungsbedürftig, nach einigen Tagen bauen die meisten Fahrer die Schaukelei des Hinterrads in ihren Fahrfluss ein.

Auch mit der alten Schwinge lässt sich die BMW sportlich bewegen. Der Zweizylinder-Boxer hängt gut am Gas, die Gänge lassen sich mit etwas Zwischengas schnell wechseln. Die beiden Zylinder stehen seitlich im Wind, Luft umströmt sie, der Rahmen unter der weichen Sitzbank zittert ein wenig aufgeregt. Dank des niedrigen Schwerpunkts wedelt die G/S so einfach durch Kurven wie ein leichteres Motorrad. Auf der Autobahn sind sogar bis zu 160 km/h möglich, auch wenn es ab rund 130 km/h eher ungemütlich wird: Ohne Schild drückt der Wind voll auf die Brust, verlangt dicke Oberarme und einen festen Griff am breiten Lenker.

Fast so teuer wie ein VW Golf


Die R80 G/S lässt sich erstaunlich beschwingt um die Kurve bringen.
(Foto: Fabian Hoberg)
Das Alter fällt beim ersten Bremsmanöver auf. Die kleine 260-Millimeter-Scheibenbremse vorne benötigt etwas Zeit, ehe sie zupackt, die hintere Trommelbremse ist vorhanden, wirkt aber nicht wirklich. Dafür untermalen der typische dumpfe Boxersound und das Ventilgeschnatter das Fahren durch Ortschaften. Heißt: vorausschauend fahren und genießen. Genau dafür ist die alte G/S noch heute gut – wie viele Käufe zeigen.

Bis zum Modellwechsel 1987 kaufen über 20.000 Motorradfahrer die BMW-Enduro aus dem Berliner Werk, zahlen dafür mindestens 8350 Mark. Viel Geld, denn ein gleich starker VW Golf kostet nur 2500 Mark mehr. 1984 reagiert BMW mit dem limitierten Sondermodell G/S Dakar inklusive großem Tank, Einzelsitzbank, Gepäckbrücke und Rallye-Optik auf den Wunsch von Weltenbummlern.

Die R 100 GS (ohne Schrägstrich) setzt ab 1987 auf einen Einliter-Boxermotor mit 60 PS, eine R 80 GS bleibt auch in Programm. Beide setzen auf die neue Schwinge „Paralever“, die die Konstruktionseigenheit der Lastwechselkräfte und Aufstellmomente unterbindet. Mit der neuen R 1100 GS geht BMW ab 1994 neue Wege: Der Zweizylinder-Boxermotor hat vier Ventile pro Zylinder und eine Benzineinspritzung und leistet 80 PS. Das Vorderrad wird statt von einer konventionellen Telegabel von einem Dreiecks-Querlenker geführt. Es gibt drei Scheibenbremsen und erstmals optional ein ABS für Reiseenduros.

Mittlerweile produziert BMW rund 85.000 GS-Modelle pro Jahr (2018). Neben dem Zweizylinder-Boxer der R1250 GS zählen noch Modelle mit einem Zylinder (G310 GS) und einem Zylinder-Reihenmotor (F750 GS und F850 GS). Die breite Modellpalette ist erfolgreich: BMW belegte 2019 mit 15,83 Prozent Marktanteil den ersten Platz. In der Kategorie liegen Enduros mit 32,93 Prozent auf dem zweiten Platz hinter den Klassikern (33,9 Prozent). 2019 verkaufte sich die BMW 1250 GS mit 9417 Einheiten mit deutlichem Abstand mehr als die zweitplatzierte Yamaha MT-07 (3708 Einheiten). Wer hätte das vor 40 Jahren nach dem ersten Ritt auf dem Fahrstuhl gedacht?

Quelle: n-tv

Bestätigte Rückrufe

BMW ersetzt Lagerzapfen an Motorrädern

Der Fahrzeughersteller BMW hat weltweit Motorräder der Baureihen R Nine T, R 1250 und K 1600 in die Werkstatt beordert.
Bei den von Ende Oktober bis Ende Januar gebauten Modellen ist ein zu schwacher Lagerzapfen, der die Schwinge mit dem Winkelgetriebe verbindet, eingebaut.

Er kann reißen, wodurch sich die Schraubverbindung lösen kann und Teile mit dem Hinterrad in Berührung kommen können.

Alle Kunden sind benachrichtigt.

Bei einem 20-minütigen Werkstattaufenthalt wird ein Lagerzapfen eingesetzt.

In Deutschland sind laut Fahrzeughersteller BMW 83 Kunden betroffen.

Der Großteil der Motorräder ist bereits abgearbeitet.


Ducati, 1299 Superleggera, Bj: 2017 , Unfallgefahr aufgrund von fehlerhaften Bremsbelägen : Der Hersteller ruft daher das Produkt zurück, stellt jedoch auch auf Nachfrage keine weiteren Informationen bereit. Die Aktion ist für den Kunden kostenlos.
Dauer: Keine Angabe


Triumph,
Street Triple RS, Speed Triple S / RS , Tiger 1200 XR / XRX / XRX-Low / XCA / XCX , Tiger 1200 Alpine / Tiger 1200 Desert
Factory Modelle
Baujahr: 2017 – 2020

Unfallgefahr aufgrund von fehlerhaften Bremsbelägen: Die vorderen Bremsbeläge könnten potentielle Probleme mit dem Ablösen des Bremsbelags-Reibmaterials vor der Trägerplatte haben, insbesondere, aber nicht ausschließlich, wenn sie in einer korrosiven Umgebung verwendet werden. Infolgedessen könnte die Bremsleistung der Vorderradbremse beeinträchtigt sein. Abhilfe: In der Werkstatt werden die Beläge gegen ein überarbeitetes Produkt ausgetauscht.
Dauer: Keine Angabe


Aprilia,
RSV4 , Tuono , Factory Modelle,
Unfallgefahr aufgrund von fehlerhaften Bremsbelägen

Der Hersteller ruft daher das Produkt zurück, stellt jedoch auch auf Nachfrage keine weiteren Informationen bereit. Die Aktion ist für den Kunden kostenlos.
Dauer: Keine Angabe

Wichtige Petition zum mitzeichnen – Abschaffung des Progressionsvorbehalts auf Kurzarbeitergeld und Krankengeld

Servus liebe Kolleginnen und Kollegen
Ich habe mich doch hingesetzt und habe beim deutschen Bundestag eine Petition gestellt für die Aussetzung oder Abschaffung des Progressionsvorbehlts auf Kurzarbeitergeld und Krankengeld.
Die Petition befindet sich seit heute in der Mitzeichnung.
Ich würde Euch bitten so viele Kolleginnen und Kollegen zu mobilisieren (Die Mail durch den Hauptverteiler jagen) und diese Petition zu unterstützen. Es hilft allen Arbeitnehmern… Besonders denen, die aufgrund Corona jetzt Kurzarbeit hatten und haben.
Hier ist der Link:
https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2020/_05/_02/Petition_110477.html

Vielen Dank schon mal.

Viele Grüße,
Peter

Hier bekommt Ihr den Petitionstext:
Der deutsche Bundestag möge beschließen,
daß der Progressionsvorbehalt für Lohnersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld und Krankengeld für das Jahr 2020 ausgesetzt oder ganz abgeschafft wird.
Wenn ein Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld oder Krankengeld bezieht ist das ja nur ein Bruchteil seines regulären Einkommens. Dafür ist es „steuer- und sozialabgabenfrei“. Was aber nur auf den ersten Blick stimmt.
Kurzarbeitergeld, wie es derzeit Millionen Mitarbeiter von Coronageschädigten Firmen bekommen, und Krankengeld unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Das heißt, daß am Jahresende diese Lohnersatzleistungen zum Steuerpflichtigen Arbeitslohn-Brutto hinzu gezählt werden. Aus diesem Wert wird dann die Prozentuale Höhe der Lohn- und Einkommensteuer errechnet und vom steuerpflichtigen Brutto einbehalten. Das bedeutet, daß jeder, der jetzt Kurzarbeitergeld bezieht am Jahresende zur Steuererklärung eine Nachzahlung von (erfahrungsgemäß) ca. 10-12 € pro Kurzarbeitstag erhält. Bei einer Kurzarbeitsdauer von 20 Arbeitstagen ergibt sich so eine Steuernachzahlung von 200-240 €.
Nachdem der Bundestag eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes beschlossen hat, wird der Betrag entsprechend noch höher. Und das obwohl es doch Steuer- und sozialabgabenfrei sein sollte.