Ostern, Corona und Motorradfahren – Corona-Regeln für Motorradfahrer Dürfen Biker zu Ostern losdüsen?

Das Osterwochenende ist gemeinhin die Zeit zum „Angasen“. Ja, so nennen Motorradfahrer die Zeit nach der Winterpause, wenn das Bike wieder über den Asphalt rauschen darf. Und auch in diesem Jahr verspricht das Wetter beste Voraussetzungen für einen echten Osterausritt. Aber Achtung, das immer noch gültige Corona-Reglement dürfte hier einige Zweirad-Enthusiasten ganz gemein ausbremsen.

Vor allem die Biker in Bayern und Sachsen sollten trotz des schönen Wetters den Bock lieber im Stall lassen. Die dort gültigen Ausgangsbeschränkungen besagen nämlich, dass das Verlassen der Wohnung nur mit einem besonders „triftigen Grund“ zulässig ist. Dazu gehören der Einkauf ebenso wie der Weg zur Arbeit oder zum Arzt. Auch sportliche Aktivitäten im Freien sind zulässig.

Motorradfahren ist nicht in allen Ländern Sport

In Brandenburg zum Beispiel gilt Motorradfahren in Corona-Zeiten als Sport.

Nun mag der eine oder andere meinen, dass auch die Spritztour mit dem Motorrad in die Kategorie Sport fällt. Und das ist gar nicht so abwegig, denn im Saarland und in Brandenburg wird die Motorrad-Tour genau so interpretiert. Wer also hier über die Ostertage mal eine Runde dreht, macht das zur allgemeinen Körperertüchtigung.

Völlig anders interpretiert das bayrische Innenministerium die Regelung. Der Freistaat hat eindeutig darauf hingewiesen, dass Motorradausflüge aufgrund der Ausgangsbeschränkungen derzeit verboten sind. Da man aber um die Biker-Seele weiß, und wie sehr sie sich nach der Freiheit sehnt, hat man für die Ostertage verstärkte landesweite Polizeikontrollen angekündigt. Wer also erwischt wird, muss mit einem saftigen Bußgeld rechnen. Und da Freistaat zu Freistaat hält, gilt genau das Gleiche für Sachsen.

Die Sozia darf mit, der Abstand bleibt

Auch die Biker in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg oder in Rheinland-Pfalz dürfen ihr Zweirad über die Osterfeiertage bewegen. Hier gelten Kontakt-, aber keine Ausgangssperren. Auch der Sozius oder die Sozia sind einem Biker erlaubt. Theoretisch dürften sogar mehrere Motorradfahrer eine gemeinsame Tour machen. In der Bewegung einen Abstand von unter 1,5 Meter zu mutmaßen, wäre auch absurd.

Schwieriger wird es, sobald das Bike zum Stehen kommt und die Gang sich zum Beispiel an einer Tankstelle oder auf einem Rastplatz zum Kaffee versammelt. Hier müsste man peinlichst auf das Abstandsgebot achten, ansonsten könnten auch hier Bußgelder fällig werden. Einige beliebte Biker-Treffs sind bereits im Vorfeld von der Polizei dichtgemacht worden. Frei unter dem Motto: „Und führe sie nicht in Versuchung“.

Mit Weitblick und Verstand

Allerdings gibt es noch einen ganz rationalen Grund, der das Motorradfahren in Zeiten von Covid-19 ausschließt: Die Fahrt mit dem Bike ist nicht ungefährlich. Klar, keiner rechnet damit, und niemand wird sich und sein Bike vorsätzlich wegwerfen, dennoch kann es passieren. Und da die Krankenhausbetten im Moment besser für Corona-Patienten freigehalten werden sollten, rät auch der ADAC dazu, das Motorrad über die Osterfeiertage einfach stehenzulassen.

Letztlich ist es natürlich eine ganz persönliche Entscheidung und auch dem Autor dieser Zeilen zuckt mit Blick auf das schöne Wetter die Gashand. Also: Wer zu Ostern losdüsen möchte und es ohne zu erwartende Strafen kann, tut es bitte mit Weitblick und Verstand.

Quelle: N-TV

Corona-Einschränkungen Ist Motorradfahren an Ostern erlaubt?

Zu Ostern beginnt klassischerweise die Motorradsaison. Während der Corona-Krise gelten jedoch auch für Biker viele Einschränkungen. Dabei gelten in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen.

Viele Motorradfahrer sind im Moment verunsichert. Sie fragen sich, ob private Touren überhaupt noch erlaubt sind. Das hängt davon ab, in welchem Bundesland man unterwegs ist. Außerdem legen die Länder ihre eigenen Vorschriften unterschiedlich aus. Das macht es schwierig, den Überblick zu behalten.

Strenge Regeln in Bayern und Sachsen

Besonders streng sind die Regelungen in Bayern und Sachsen. Dort gelten Ausgangsbeschränkungen. Die Wohnung darf man nur aus einem besonderen bzw. „triftigen Grund“ verlassen: etwa wenn ich arbeiten, einkaufen oder zum Arzt muss. Erlaubt sind auch „Sport und Bewegung“ an der frischen Luft.

Eine Spritztour mit dem Motorrad allerdings fällt nicht darunter. Das Bayerische Innenministerium hat klargestellt, dass Motorradausflüge im Freistaat aufgrund der Ausgangsbeschränkungen derzeit verboten sind. Erlaubt sind nur noch zwingend notwendige Fahrten, etwa zur Arbeit, zum Einkauf, zur Werkstatt oder zur Hauptuntersuchung. In Bayern haben die Polizeibehörden landesweit verstärkte Kontrollen angekündigt. Wer sich nicht an die Vorschriften hält, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Gleiches gilt für Motorradfahrer in Sachsen.

Saarland und Brandenburg legen „Sport“ anders aus

Auch im Saarland und in Brandenburg gelten vergleichbare Regelungen. Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist ebenfalls beschränkt, „Sport und Bewegung“ sind noch erlaubt. Nach Angaben der Landesregierungen des Saarlandes und Brandenburgs sind private Motorradtouren allerdings nach wie vor zulässig.

Das hier gleichlautende Vorschriften in den Ländern unterschiedlich ausgelegt werden, dürfte bei vielen Motorradfahrern auf Unverständnis stoßen und ist auch rechtlich gesehen sicher nicht unproblematisch. Vor allem, wenn Motorradfahren unter den Begriff „Sport“ subsumiert wird.

Beifahrer trotz Kontaktsperre erlaubt?

In den meisten Bundesländern, etwa in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz, sind lediglich Kontaktsperren verhängt worden. Das bedeutet: Private Motorrad-Ausflüge sind dort nach wie vor erlaubt. Man darf auch einen Beifahrer oder eine Beifahrerin mitnehmen. Theoretisch dürften auch Touren mit mehreren Bikern noch von den Rechtsverordnungen gedeckt sein. Das ist aber problematisch mit Blick auf das Abstandsgebot, das in allen Bundesländern gilt.

Auch Biker müssen auf Abstand bleiben

Biker müssen sich über eines im Klaren sein: Sobald sie von ihrem Motorrad absteigen – etwa an der Tankstelle oder auf einem Parkplatz – müssen sie sich an die Abstandsregeln halten. Als Faustregel gilt: mindestens 1,5 Meter zu anderen Personen.

Hinzu kommt: Ansammlungen von mehr als zwei Personen sind im öffentlichen Raum untersagt. Die sonst üblichen „Benzin-Gespräche“ sollte man deshalb tunlichst unterlassen. An die Vorschriften haben sich gerade in jüngster Zeit viele Motorradfahrer nicht gehalten. Die Polizei hat deshalb vielerorts Park- und Aussichtsplätze, die gerne von Bikern angefahren werden, vorsorglich gesperrt.

ADAC empfiehlt Verzicht auf Ausfahrten

Motorradfahren ist nicht ungefährlich, gerade jetzt zu Beginn der Biker-Saison. Bei Unfällen müssen Polizei und Rettungskräfte anrücken, das erhöht das Infektionsrisiko. Die Krankenhausbetten werden im Moment vor allem für COVID-19-Patienten gebraucht. ADAC-Jurist Stefan Bergmann rät: „Jede Ausfahrt birgt ein Risiko für Pannen und Unfälle. Wer die Maschine stehen lässt, vermeidet im Ernstfall unnötige Gefahren für Pannenhelfer und Einsatzkräfte.“

Quelle: ARD – Rechtsredaktion

Bekleidung unter und über der Motorradkombi

Hier ist einmal zusammengestellt, was Motorrad- und Roller-Fans am besten unter und (manchmal) auch über ihre Schutzkleidung anziehen.

Protektoren

Ein Motorradanzug sollte Protektoren haben – am allerbesten an Schulter, Ellenbogen, Rücken, Hüfte, Knie, Schienbein und Knöchel. Wer einen Fahreranzug ohne solche Schutzpolster besitzt, der kann meist nachrüsten. Weil Sie nicht an der Sicherheit sparen sollten, sind Protektoren nach der europäischen CE-Norm 1621 empfehlenswert. Das garantiert, dass die Aufprallenergie auf eine größere Fläche verteilt wird und spitze Gegenstände nicht eindringen.

Aber auch der beste Protektor nutzt wenig, wenn er im Falle eines Sturzes verrutscht. Deshalb sollten Sie Nachrüst-Protektoren wählen, die sicher an Ort und Stelle bleiben. Die beste Lösung: Protektoren, die in Unterziehkleidung eingearbeitet sind.

Rückenprotektoren, die vornehmlich beim Rutschen über den Asphalt schützen, sollten unbedingt auch die untere Wirbelsäule abdecken.

Unterwäsche

Bei Unterwäsche für Motorradfahrer hat die Materialentwicklung eine fast unüberschaubare Vielfalt gebracht. Absolut winddicht und atmungsaktiv, zudem dauerhaft wasserabweisend, das wird von Herstellern für viele Faserkombinationen versprochen. Bekleidungstests der Motorrad-Fachpresse helfen bei der Kaufentscheidung. Leichte und robuste Funktionswäsche ist wärmeregulierend und kann das ganze Jahr getragen werden.

Gegen große Kälte gibt es spezielle Hohlfasern, die nicht nur die Körperfeuchtigkeit nach außen durchlassen und die Haut trocknen, sondern mit isolierender Luft zusätzlich wärmen. Unabhängig davon, ob eine Spezialausstattung geruchloses Tragen auch bei mehreren Einsätzen verspricht: Funktionswäsche sollte bis mindestens 40°C waschbar und bügelfrei sein.

Rollis aus Fleece oder Funktionsmaterialien oder Jacken mit Stehkragen sorgen beim Zwiebelprinzip für die beste Wirkung. Überzieh- oder Wärmejacken, die über einer Kombi getragen werden, halten Kälte ebenfalls fern. Spezielle Thermoanzüge für Ganzjahresfahrer sind ebenfalls am Markt.

Sturmhaube

Wer unter dem Helm eine Sturmhaube trägt, schützt sich nicht nur vor dem kühlen Wind: Eine Sturmhaube ist auch leichter vom Schweiß zu reinigen als das Helmpolster. Die klassische Sturmhaube ist aus reiner Seide und kostet um vier Euro, Nobelversionen mit Membranen kosten das Zehnfache. So oder so: Mund und Nase sollten immer frei bleiben. Wer ein Halstuch oder eine -krause aus Mikrofaser-Gewebe dem gebräuchlichen Halstuch vorzieht, wird im Handel ebenso fündig.

Nierengurt

Die Diskussionen um den Sinn von Nierengurten sind fast so alt wie das Motorrad selbst. Hauptaufgabe eines Nierengurts ist, den Nierenbereich vor Unterkühlung durch Fahrtwind zu schützen. Preisgünstige Nierengurte aus elastischem Neopren oder Polyester mit Textilfutter-Innenseite und Stretchteil, die unterm Anzug getragen werden, haben die alten Leder-/Fellversionen längst abgelöst. Es gibt mittlerweile auch Nierengurte mit High-Tech-Material aus der Raumfahrt, das mit Millionen von Mikrokapseln das thermische Gleichgewicht besser halten soll. Die allerdings sind recht teuer.

Nässeschutz

Weil nicht alle Touren in Südkalifornien stattfinden, wo es angeblich nie regnet, ist Nässeschutz für Motorradler notwendig. Die Auswahl reicht von der Regenpelle aus dünnem, platzsparenden PVC für den einmaligen Einsatz bis zu aufwändigen Regenkombis aus wasserdichtem Nylon-/PVC-Mix mit Netz-Innenfutter, Reflexmaterial, diagonalem Labyrinthverschluss, variablem Beinabschluss mit Reißverschluss und Klettriegel nebst Antirutschmaterial am Gesäß sowie wasserdichter Dokumententasche.

Wer Tipps von Fachzeitschriften befolgt, sollte darauf achten, dass die Produkte wegen ihrer Dichtigkeit empfohlen wurden und dass das Anziehen der Kleidung inklusive das Einsteigen in die Stiefel leicht möglich ist: Nicht immer ist ein Sozius dabei, der hilft, die Regenhaut über den schon nassen Fahreranzug zu bekommen!

Auch Regenhandschuhe oder -überzieher für Motorradhandschuhe und -stiefel, falls beide nicht mit Wasser abweisendem Material kombiniert sind, sind wichtig: Beide Hände und beide Füße müssen bei jedem Wetter Hebel und Bremsen betätigen können. Praxistipp: Seidenhandschuhe lassen Hände in Motorradhandschuhen noch weniger auskühlen.

Strümpfe

Spezielle Strümpfe für MotorradFahrer sind dort gepolstert, wo Belastungen bei Fahrmanövern entstehen. Das Angebot reicht bis hin zu richtigen „Klimaanlagen für den Fuß“, bei denen überschüssige Wärme und Feuchtigkeit reguliert werden. Auch bei Strümpfen für Motorradfahrer gilt: Nicht immer ist der Preis ein Qualitätskriterium.

Quelle: ADAC

Veganer haben es schwer

Veganer verzichten auf Fleisch, Milchprodukte und andere tierische Lebensmittel. Für viele von ihnen ist Veganismus aber nicht nur eine Ernährungsweise, sondern eine Art Lifestyle. Strenge Veganer legen großen Wert darauf, dass keine tierischen Rückstände in alltäglichen Gegenständen zu finden sind. Dazu gehören zum Beispiel Kosmetika oder Kleidungsstücke.

Es gibt jedoch viele Dinge, die auf den ersten Blick vegan scheinen, es aber nicht sind.

  • Dazu gehören Putz- und Waschmittel. Sehr oft werden Tenside zum Lösen von Fett und Schmutzpartikeln verwendet. Diese können jedoch tierischen Ursprungs sein. Allerdings tut die vegane Variante der Umwelt auch nicht gut, denn diese Tenside werden häufig aus Palm- oder Erdöl hergestellt.
  • Vegane Raucher haben jetzt noch einen Grund mehr, das Qualmen sein zu lassen. In nicht wenigen Fällen wird zur Herstellung von Zigarettenfiltern Hämoglobin aus Schweineblut verwendet. Das soll die Schadstoffe aus dem Tabakrauch eliminieren.
  • Für Displays von Fernsehern, PCs und Smartphones kommt nicht selten tierisches Cholesterin in Form flüssiger Kristalle zum Einsatz.
  • Wenn die Auto- oder Fahrradreifen ohne Leder hergestellt wurden, müssen sie noch lange nicht vegan sein. In den Gummis wird häufig die aus tierischen Fetten hergestellte Stearinsäure verwendet.
  • Wer den veganen Lebensstil ernst nimmt, sollte auch bei der Auswahl des Nagellacks vorsichtig sein. In vielen Produkten steckt Guanin. Dabei handelt es sich um ein Pigment, das aus Fischschuppen gewonnen wird.
  • Für ein schönes, weißes Lächeln ist es wichtig, die Zähne regelmäßig zu putzen. In vielen Zahnpasten stecken jedoch tierische Fette sowie Bienenwachs und -pollen. Sicherer ist es deswegen, auf als vegan gekennzeichnete Varianten zurückzugreifen.
  • Beim Liebesspiel will nun wirklich niemand ein schlechtes Gewissen haben. Deswegen ist es hilfreich, auf als vegan gekennzeichnete Kondome zurückzugreifen. In vielen herkömmlichen wird nämlich das Milchprotein Kasein zur Herstellung verwendet.
  • Was viele nicht wissen: Seide wird aus Raupenkokons des Seidenspinners hergestellt. Zur Gewinnung der Kokonfasern werden die Kokons der Seidenspinnerraupen in kochendes Wasser geworfen. Vegane Alternativen zur Seide sind Sojaseide aus Soja-Fasern, Lyocell aus Eukalyptus oder Sabra-Seide.
  • Aufgepasst beim Basteln: Holzleime enthalten oft tierische Bestandteile, darunter Glutin oder Kasein. Während Glutin durch das Auskochen von Tieren gewonnen wird, handelt es sich bei Kasein um ein Milchprotein.
  • Sehr oft werden Etiketten auf Plastik- und Glasflaschen mit einem kaseinhaltigen Kleber befestigt. Hier kann sich die Nachfrage bei dem entsprechenden Getränkehersteller lohnen.
  • Zur Herstellung vieler Vitaminpräparate (darunter Vitamin D3, A, H und B) werden tierische Produkte verwendet. Vitamin A wird beispielsweise aus Eigelb, Fisch-Lebertran oder Butter hergestellt.
  • Bananen sind doch Obst und deswegen vegan? Nicht immer, denn handelt es sich nicht um Bio- Bananen, wurden sie höchstwahrscheinlich mit dem Pestizid Chitosan besprüht. Das wird aus chitinhaltigen Panzern von Insekten und Garnelen hergestellt.
  • Bei der Herstellung von Wein, Bier und Sekt wird häufig tierische Gelatine verwendet. Dasselbe gilt auch für Orangen- und Apfelsäfte.
  • Fruchtgummis naschen auch Erwachsene gerne. Leider ist in vielen Varianten Gelatine enthalten. Dazu werden viele Fruchtgummis für den charakteristischen Glanz mit Schellack und Bienenwachs überzogen. Hier also lieber auf vegane Fruchtgummis zurückgreifen.
  • Die Avocado ist aus der veganen Küche nicht mehr wegzudenken. Streng genommen sind Avocados aber gar nicht vegan. Da es oft an Bienen zur Bestäubung der Avocado-Pflanzen fehlt, werden unzählige Bienen mit dem Lkw zu den Feldern gebracht. Dasselbe Prinzip wird übrigens auch beim Anbau von Brokkoli, Gurken, Salat und Kirschen angewandt.
  • Nicht einmal Teig (z.B. Brot und Semmeln) wird von tierischen Zusätzen verschont. Damit der Teig elastischer ist, wird das Mehl oft mit L-Cystein versetzt. L-Cystein wird aus tierischen Borsten, Federn oder Haaren gewonnen.
  • Nicht einmal bei der Marmelade auf dem Brötchen zum Frühstück können Veganer ein reines Gewissen haben. In dem vermeintlichen Obstaufstrich steckt nämlich oft Karmin. Der rote Farbstoff wird aus Schildläusen hergestellt. Gelatine dient der besseren Konsistenz von Marmelade.
  • Margarine gilt als vegane Alternative zu Butter. Doch falsch gedacht: In vielen Margarinen sind Milchbestandteile und andere tierische Zusätze enthalten.
  • Nicht alle Gemüsebrühen und Tütensuppen sind komplett vegan. Oft steht auf der Verpackung, dass natürliche Aromen verwendet werden. Diese können aber auch tierischen Ursprungs sein.
  • Selbst das beliebte Paintball-Spiel dürfen Veganer streng genommen nicht spielen. Denn die Farbkugeln, mit denen sich die Spieler gegenseitig abschießen, bestehen aus Gelatine.
  • Viele Chips kommen ohne tierische Zusätze aus, allerdings nicht alle. So sind beispielsweise die Chips in der Geschmackssorte „Ungarisch“ von funny-frisch mit Wild aromatisiert. Beim Kauf sollten Käufer am besten auf das Vegan-Label achten.
  • Nicht immer, aber manchmal enthalten Marshmallows Gelatine. Hier also lieber auf die Inhaltsstoffe achten oder beim Hersteller nachfragen.
  • Um Cornflakes schön glänzend aussehen zu lassen, überziehen Hersteller sie in nicht wenigen Fällen mit Gelatine.
  • Nudeln mit Pesto sind ein leckeres Gericht, doch Vorsicht! In vielen Pestos ist Käse wie zum Beispiel Parmesan enthalten. Hier sollten Veganer sich die Liste der Inhaltsstoffe genauer anschauen.

Corona und die Arbeitswelt

Coronavirus bestimmt momentan die Schlagzeilen, auch in Deutschland werden mittlerweile Fälle gemeldet. Zum Glück verläuft die Krankheit für 80 Prozent der Betroffenen mild. Trotzdem ist Vorsicht geboten, auch um niemanden aus den Risikogruppen anzustecken. In einem aktuellen Artikel (Stand: 12. März) klärt der Deutsche Gewerkschaftsbund auf, was das für Arbeitnehmer*innen bedeutet.

1. Ich möchte eine Ansteckung mit dem Corona-Virus vermeiden. Wann darf ich, wann muss ich zu Hause bleiben?

Eine einfache Antwort gibt es nicht. Es ist zwischen verschiedenen Situationen zu unterscheiden:

  • Die bloße Befürchtung, sich bei Verlassen der Wohnung möglicherweise mit dem Corona-Virus anzustecken, genügt nicht, damit Sie der Arbeit fern bleiben dürfen. Denn eine nur potenzielle Ansteckungsgefahr – auf dem Weg zur Arbeit oder am Arbeitsplatz – gehört zum allgemeinen Lebensrisiko. Diese trägt jede und jeder Beschäftigte selbst. In vielen Betrieben bestehen jedoch schon heute Regelungen zur Arbeit im Home Office / von Zuhause aus; auf diese kann zurückgegriffen werden. Bitte prüfen Sie jedoch, welche Absprachen ggf. erforderlich sind. Der Corona-Virus kann allerdings auch in Betrieben, in denen bislang kein Homeoffice möglich ist, Anlass sein, über entsprechende Regelungen nachzudenken und entsprechende Möglichkeiten zu prüfen, um die Auswirkungen von Ansteckung und Erkrankungen auf den Betrieb zu minimieren. Fragen Sie zu den Möglichkeiten im Betrieb nach. In Betrieben mit Betriebsrat oder Personalvertretung können zwischen diesen und dem Betrieb Absprachen erfolgen.
  • Haben Sie den Verdacht, sich mit dem Corona-Virus angesteckt zu haben – etwa weil Sie z. B. in Kontakt mit einer Person waren, bei der eine Infektion festgestellt wurde – sieht die Rechtslage schon anders aus. Denn beim Vorliegen eines sogenannten vorübergehenden persönlichen Verhinderungsgrundes (§ 616 S.1 BGB) dürfen Sie der Arbeit fernbleiben und bekommen trotzdem ihr Entgelt ausgezahlt, soweit dies nicht durch Tarif- oder Arbeitsvertrag ausgeschlossen wurde. Dieser Verhinderungsgrund liegt u.a. bei einem medizinisch notwendigen Arztbesuch vor, wenn dieser nur während der Arbeitszeit erfolgen kann. Ist zur medizinischen Abklärung eines Corona-Verdachts das Fernbleiben von der Arbeit nötig, muss der Arbeitgeber unverzüglich über das Fernbleiben von der Arbeit informiert werden. Bitte beachten Sie auch die öffentlich zugänglichen Hinweise der Ärzte und Gesundheitsbehörden an Ihrem Wohnort, wie man mit Verdachtsfällen umgehen sollte. Zumeist soll zunächst eine telefonische Information erfolgen und nicht direkt die Arztpraxis aufgesucht werden. Sie lassen sich dann vom Arzt oder anderen aufgesuchten Stelle schriftlich bestätigen, dass eine medizinische Indikation für die Untersuchung bestand. Zur Angabe des genauen Grundes des Arztbesuches – also der aufzuklärende Erkrankung – sind Sie Ihrem Arbeitgeber gegenüber nicht verpflichtet.
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Krankheitssymptome haben und dadurch arbeitsunfähig sind, haben aufgrund ihrer Arbeitsunfähigkeit das Recht, der Arbeit fernzubleiben. Das gilt übrigens nicht nur für Corona, sondern allgemein. Die Arbeitsunfähigkeit muss dem Arbeitgeber unverzüglich mitgeteilt werden und es sind auch die sonst bei Arbeitsunfähigkeit im Betrieb geltenden Regelungen einzuhalten. Unabhängig davon sieht das Gesetz vor, dass spätestens nach dem dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit dem Arbeitgeber ein ärztliches Attest – also die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – vorgelegt werden muss. Tarifverträge oder Arbeitsverträge regeln oft die Frist für die Vorlage der AU-Bescheinigung abweichend von der gesetzlichen Grundregel. Zulässig ist sogar – bei Bestehen eines Betriebsrats im Betrieb allerdings nur nach dessen ordnungsgemäßer Beteiligung – eine Regelung der Vorlagepflicht ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten die in ihrem Betrieb geltenden Fristen kennen und beachten. Arbeitsunfähig erkrankte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben grundsätzlich für die Dauer von sechs Wochen einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung gegenüber ihrem Arbeitgeber und anschließend auf Krankengeld von der Krankenkasse.

2. Mein Arzt / meine Ärztin vermutet bei mir den Corona-Virus oder hat diesen bereits diagnostiziert. Schulde ich meinem Arbeitgeber eine Information darüber?

Es gibt grundsätzlich keine Pflicht, dem Arbeitgeber oder den Arbeitskollegen die ärztliche Diagnose offenzulegen. Der bzw. die Beschäftigte ist lediglich verpflichtet, dem Arbeitgeber die eigene Arbeitsunfähigkeit anzuzeigen und ihre voraussichtliche Dauer mittels Attest nachzuweisen. Es steht Ihnen natürlich frei, Ihrem Arbeitgeber und den Kollegen trotzdem den Grund Ihrer Arbeitsunfähigkeit mitzuteilen, zum Beispiel um sie zu warnen. Zudem unterliegt eine Vielzahl der gefährlichen und ansteckenden Krankheitserreger – darunter Masern, Polio, Hepatitis B oder Influenza und seit kurzem auch der 2019-nCov (also der neue Corona-Virus) nach dem Infektionsschutzgesetz der behördlichen Meldepflicht. Das bedeutet, dass bei einer Diagnose eines dieser Erreger, der Arzt bzw. die Ärztin unverzüglich unter Angabe von persönlichen Daten der/des Erkrankten dies dem zuständigen Gesundheitsamt mitteilen muss. Dieses verfügt über weitreichende Kompetenzen, die Maßnahmen zur Bekämpfung der Erkrankung – darunter auch im Betrieb des Arbeitgebers – einzuleiten. Nach der kürzlich verabschiedeten Corona-Meldeverordnung müssen die Ärzte nicht nur die tatsächlichen Erkrankungsfälle von Corona, sondern auch Verdachtsfälle den zuständigen Behörden melden.

3. Meine Arbeitgeberin möchte mich auf Dienstreise schicken, ausgerechnet in eine Gegend, über die bekannt ist, dass dort viele an Corona erkranken. Muss ich dorthin reisen?

Die Arbeitspflicht erstreckt sich grundsätzlich auch auf Dienstreisen. Alleine aufgrund der Sorge vor Ansteckung dürfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Dienstreise nicht verweigern.

Erwartet der Arbeitgeber die Erbringung der Arbeitsleistung jedoch an einem Ort, an dem das Ansteckungsrisiko offiziell festgestellt wurde, etwa an einem zum Quarantänegebiet erklärten Ort oder in einer Gegend, zu der von Seiten des Auswärtigen Amtes eine offizielle Reisewarnung (nicht zu verwechseln mit einem bloßen Sicherheitshinweis) wegen der Infektionsgefahr vorliegt, kann der/die Arbeitnehmer*in die Dienstreise verweigern (§ 275 Abs. 3 BGB). Beschäftigte müssen grundsätzlich ihre Arbeitsleistung nicht unter Umständen erbringen, die mit erheblichen Gefahren für ihr Leben oder ihre Gesundheit einhergehen. Wer eine Dienstreise unter diesen Umständen verweigert, muss damit rechnen, dass ihr/ihm eine andere Arbeit zugewiesen wird. Selbst wenn das aber nicht passiert, behält man das Recht auf Vergütung (§ 615 BGB).

Unterhalb der Schwelle von Reisewarnungen kann die Weisung, eine Dienstreise anzutreten, trotzdem „unbillig“ sein. Insoweit ist eine Interessenabwägung mit den betrieblichen Belangen des Arbeitgebers vorzunehmen. Bei Zweifeln an der Rechtmäßigkeit der Anweisung einer kurzfristig anstehenden Dienstreise sollte allerdings zunächst das Gespräch mit dem Arbeitgeber gesucht und Kontakt mit dem Betriebsrat, der Personalvertretung oder der Gewerkschaft aufgenommen werden, um sich noch einmal abzusichern.

Für medizinisches Personal oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Katastrophenschutzorganisationen, die gerade zur Bekämpfung von Seuchen in den betroffenen Gebieten eingesetzt werden, gelten abweichende Regeln.

4. Ich komme gerade aus einem Auslandsurlaub zurück. Schulde ich meinem Arbeitgeber eine Auskunft darüber, wo ich war?

Nein, diese Auskunft schulden Sie grundsätzlich nicht. Ein Informationsinteresse des Arbeitgebers könnte höchstens dann bestehen, wenn Sie sich in den Gebieten aufgehalten haben, für die das Auswärtige Amt eine offizielle Reisewarnung wegen der Infektionsgefahr herausgegeben hat oder die unter Quarantäne stehen.

5. In meinem Betrieb gab es einen bestätigten Corona-Fall. Was bedeutet das für mich?

Das kann man pauschal nicht sagen. Es liegt in den Händen der zuständigen Aufsichtsbehörden, das sind in diesem Fall die Gesundheitsämter der Länder, über die weiteren notwendigen Schritte zu entscheiden. Wie weiter oben bereits erklärt, wird jeder Corona-Fall den Behörden gemeldet und sie leiten die weiteren Untersuchungen und Maßnahmen – auch in den Betrieben der Infizierten – ein. Zunächst sollte mit bestehenden Interessenvertretungen (etwa Betriebs- oder Personalrat) oder dem Arbeitgeber gesprochen werden. Natürlich kann auch der Arbeitgeber im rechtlich zulässigen Rahmen Maßnahmen ergreifen.

6. Darf mein Arbeitgeber mich nach Hause schicken,…

  • a) …weil er meint, dass ich krank bin?

    Hat der Arbeitgeber begründete Anhaltspunkte, anzunehmen, dass der Beschäftigte an Corona erkrankt ist, darf er zum Schutz des Betroffenen und der restlichen Belegschaft diesen zur Genesung nach Hause schicken. In diesem Fall kann er natürlich keine Arbeit von Zuhause aus verlangen. Bei Arbeitsunfähigkeit besteht insoweit ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (§ 3 EFZG).

  • b) …weil er vage vermutet, dass ich krank sein könnte?

    Bei Freistellung von der Arbeit aufgrund bloßer vager Vermutung des Arbeitgebers, der/die Beschäftigte könnte erkranken, befindet sich der Arbeitgeber aufgrund Arbeitsfähigkeit und Arbeitswilligkeit der/des Beschäftigten im Annahmeverzug und schuldet weiterhin Gehalt gemäß § 615 BGB.

  • c) …weil er will, dass ich vorsichtshalber von Zuhause aus arbeite?

    Der Arbeitgeber hat kein Recht, über den privaten Wohnraum seiner Beschäftigten zu verfügen. Er kann also nicht einseitig Arbeit von zu Hause aus anordnen, sondern es bedarf einer Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. In der augenblicklichen Situation und um Ansteckungen zu vermeiden, kann es aber sinnvoll sein, sich über die Möglichkeiten der Homeoffice-Arbeit grundsätzlich und vermehrt zu verständigen.

7. Was ist, wenn unser Hauptgeschäftspartner beispielsweise in China sitzt und unser Betrieb massiv unter den Auswirkungen des Corona-Virus leidet. Mein Chef will den Betrieb vorübergehend schließen und die Belegschaft in den Urlaub/nach Hause schicken. Darf er das?

Wenn Unternehmen aufgrund der weltweiten Krankheitsfälle durch das Corona-Virus Kurzarbeit anordnen und es dadurch zu Entgeltausfällen kommt, können betroffene Beschäftigte Kurzarbeitergeld erhalten. Diese Leistung muss vom Arbeitgeber beantragt werden. Voraussetzung für den Bezug von Kurzarbeitergeld ist, dass die üblichen Arbeitszeiten vorübergehend wesentlich verringert sind. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn aufgrund des Corona-Virus Lieferungen ausbleiben und dadurch die Arbeitszeit verringert werden muss oder staatliche Schutzmaßnahmen dafür sorgen, dass der Betrieb vorrübergehend geschlossen wird. Ohne Kurzarbeitergeld einfach nach Hause schicken kann der Arbeitgeber seine Beschäftigten nicht ohne weiteres. Eine „Zwangsfreistellung“ gegen den Willen der Beschäftigten ist grundsätzlich nicht zulässig, denn der/die Arbeitnehmer/in hat aufgrund des Arbeitsvertrages einen Anspruch auf Beschäftigung (§§ 611, 611a BGB). Vielmehr trägt der Arbeitgeber das sog. Wirtschaftsrisiko in Form unrentabler Beschäftigung (§ 615 S. 3 BGB). Gleiches gilt für seitens des Arbeitgebers zwangsweise angeordneten Abbau von Überstunden. Die durch die Corona bedingten Auftragsschwankungen betroffenen Arbeitgeber sind auch nicht ohne weiteres dazu berechtigt, Arbeitszeitkonten mit Minusstunden zu belasten. Anders wäre es, wenn der bzw. die Beschäftigte selbst entscheiden kann, dass er oder sie weniger arbeitet, als es die Arbeitszeitregelung vorsieht. Denkbar sind allerdings tarifvertragliche oder arbeitsvertragliche Regelungen, die die Nutzung von Arbeitszeitkonten zur Überbrückung von Auftragsschwankungen vorsehen. Entschließt sich der Arbeitgeber aus freien Stücken bei bloßem vagen Corona-Verdacht oder reiner Sorge davor, den Betrieb vorübergehend zu schließen, kann er dies natürlich tun. Er muss dann aber auch in diesem Fall das Entgelt weiterzahlen (§ 615 BGB) und darf ohne ausdrückliche Vereinbarung auch hier nicht auf die Stundenkonten der Beschäftigten zurückgreifen.

8. Mein Betrieb wurde von der zuständigen Behörde unter Quarantäne gestellt und zur Schließung aufgefordert. Bekomme ich weiterhin meinen Lohn, auch wenn ich selbst nicht erkrankt bin?

Ja. Grundsätzlich tragen die Arbeitgeber auch bei den unerwarteten und von ihnen unverschuldeten Betriebsstörungen, zu denen auch die extern angeordnete Schließung des Betriebes gehört, das Risiko und damit auch die Lohnkosten (§ 615 BGB). Davon losgelöst regelt das Infektionsschutzgesetz einen Anspruch gegenüber der zuständigen Behörde auf so genannte Verdienstausfällentschädigung für jene Arbeitnehmer, die als „Ausscheider, Ansteckungsverdächtiger, Krankheitsverdächtiger oder als sonstiger Träger von Krankheitserregern“ von der Behörde mit einem beruflichen Tätigkeitsverbot belegt wurden, (§ 56 Infektionsschutzgesetzes (IfSG). Die Entschädigung in Höhe des Verdienstausfalls (in den ersten sechs Wochen) wird vom Arbeitgeber ausgezahlt, § 56 Abs.5 IfSG. Der Arbeitgeber hat gegen die Behörde dann einen Erstattungsanspruch hinsichtlich des gezahlten Verdienstausfalls. Damit aber Beschäftigte möglichst lückenlos ihr Geld erhalten, ist der Arbeitgeber insoweit verpflichtet, mit der Entschädigungszahlung in Vorleistung zu gehen – allerdings nur für die Dauer von höchstens sechs Wochen, danach zahlt die Behörde die Entschädigung direkt an die Beschäftigten aus. Falls der Arbeitgeber nicht in Vorleistung geht, zum Beispiel, weil er sich weigert, können sich Beschäftigte mit ihrem Ent-schädigungsanspruch direkt an das Landesamt/die Landesbehörde wenden. Sollten Beschäftigte im Laufe der Quarantäne tatsächlich erkranken, erhalten sie Entgeltfortzahlung bei Krankheit und anschließend (nach 6 Wochen) Krankengeld von der Krankenkasse.

9. Und was passiert mit meiner Arbeit und meinem Lohn, wenn ich persönlich unter Quarantäne stehe ohne bereits selbst erkrankt zu sein – etwa weil ich Kontakt zu Corona-Infizierten hatte?

Personen, die unter amtlich angeordneter Quarantäne stehen oder dem sogenannten beruflichen Beschäftigungsverbot nach dem Infektionsschutzgesetz unterliegen, sind von ihrer Arbeitsverpflichtung befreit.

Grundsätzlich schuldet der Arbeitgeber seinen Beschäftigten weiterhin die Vergütung, wenn sie für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in der eigenen Person liegenden Grund ohne eigenes Verschulden an der Dienstleistung gehindert ist (§ 616 S. 1 BGB). Die Rechtsprechung geht hier von einem Zeitraum bis zu von sechs Wochen aus (BGH v. 30.11.1978, III ZR 43/77). Diese Lohnfortzahlungspflicht nach § 616 BGB des Arbeitgebers kann aber durch Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag ausgeschlossen oder reduziert werden. Zudem ist umstritten, ob der persönlicher Verhinderungsgrund auch dann greift, wenn der Grund für die Verhinderung eine Epidemie und damit ein außerhalb der persönlichen Sphäre der/des Arbeitnehmers/Arbeitnehmerin liegendes Ereignis ist, das mehrere Personen betrifft. Besteht kein Anspruch auf Vergütungszahlung gegenüber dem Arbeitgeber, greift aber der Entschädigungsanspruch gegenüber dem Staat nach § 56 Abs. 1 IfSG. wie in der letzten Frage beschrieben – der Arbeitgeber tritt hier in Vorleistung, kann aber die Erstattung der Entschädigung bei der zuständigen Behörde beantragen. Zudem gilt auch hier: Beschäftigte, die selbst an Corona erkranken und dadurch arbeitsunfähig sind, erhalten nach den „normalen“ Regeln die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (EFZG).

10. Wie steht es um meine Arbeit und meinen Lohn, wenn aufgrund des Corona-Virus der Kindergarten oder die Schule meines Kindes geschlossen hat? Kann ich dann zu Hause bleiben und bekomme ich weiterhin mein Geld?

Grundsätzlich sind Beschäftigte verpflichtet, Anstrengungen zu unternehmen, um das Kind anderweitig betreuen zu lassen. Gerade bei kleinen Kindern ist das aber bekanntlich kein Selbstläufer. Hier sollten Sie schnellstmöglich ein Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber suchen und gemeinsam überlegen, ob etwa Arbeit von zu Hause aus in Frage kommen kann.

Erkrankt das Kind, gelten die allgemeinen Regeln: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben dann das Recht, entsprechend der einschlägigen sozialrechtlichen Regelungen eine Freistellung aufgrund der Erkrankung des Kindes in Anspruch zu nehmen. Gesetzlich vorgesehen sind insoweit bis zu zehn Tage pro Kind und Elternteil, bei Alleinerziehenden also 20 Tage (§ 45 SGB V). Ist das Kind dagegen gesund, die Kita aber zum Beispiel wegen Corona-Gefahr geschlossen und die Beschäftigten haben keine Möglichkeit, das Kind anderweitig unterzubringen, liegt aufgrund in diesem Fall – jedenfalls bei kleineren Kindern – bestehender elterlicher Sorgepflichten (§ 1626 Abs. 1 BGB)  eine unverschuldete persönliche Verhinderung im Sinne von § 616 BGB vor. Dies löst dann für einen kürzeren Zeitraum (wenige Tage) einen Anspruch des Arbeitnehmers bzw. der Arbeitnehmerin auf bezahlte Freistellung aus. Allerdings ist zu prüfen, ob § 616 BGB nicht durch Tarif- oder Arbeitsvertrag ausgeschlossen wurde.

11. Welche Vorsorgemaßnahmen muss mein Arbeitgeber ergreifen, um mich vor Corona zu schützen? Welche Möglichkeiten haben Betriebsräte diesbezüglich?

Der Arbeitgeber hat gegenüber seinen Beschäftigten eine arbeitsvertragliche Schutz- und Fürsorgepflicht. Deshalb muss er dafür sorgen, dass Erkrankungsrisiken und Gesundheitsgefahren im Betrieb so gering wie möglich bleiben. Je nach Art des Betriebes – etwa in einem Betrieb mit viel Kundenkontakt – kann aus der Schutzpflicht zu einer konkreten Verpflichtung, zum Beispiel Desinfektionsmittel zur Verfügung zu stellen, folgen. Zudem sind Arbeitgeber verpflichtet, ihre Beschäftigten in Bezug auf die einzuhaltenden Hygienemaßnahmen und Schutzvorkehrungen zu unterweisen. Das bedeutet, dass den Beschäftigten erklärt werden muss, wie sie Ansteckungsrisiken minimieren. Sie können z.B. zum regelmäßigen Hände waschen angehalten werden.

Gibt es im Betrieb einen Betriebsrat oder Personalrat, sind solche Hygieneanweisungen seitens des Arbeitgebers, die in aller Regel Fragen der Ordnung des Betriebs und des Verhaltens der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Betrieb berühren, nach § 87 Nr.1 und Nr. 7 BetrVG und § 75 Abs. 3 Nr. 11 und 15 BPersVG mitbestimmungspflichtig. Der jeweiligen Interessenvertretung ist daher zu empfehlen, sehr schnell gemeinsam mit dem Arbeitsschutzausschuss nach § 11 Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) die Gefährdungslage im Betrieb zu beraten. Die gemeinsame Sitzung sollte dazu genutzt werden, um die Reihenfolge und Arbeitsteilung zu Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Betriebsanweisung, genereller Information und möglichen Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstungen) zügig in Gang zu setzen. Auch die Biostoffverordnung gibt  Handlungsspielräume für die Interessenvertretungen.

12. Welche Berufsgruppen sind betroffen?

Die aktuelle Risikobewertung für die Bevölkerung in Deutschland kann beim Robert Koch-Institut eingesehen werden. Berufsbedingte Kontakte mit Corona können u.a. bei Kontakt mit infizierten Patienten in der Arztpraxis, im Krankenhaus oder beim Transport von infizierten Patienten stattfinden. Weiterhin kann ein berufsbedingter Kontakt in Laboratorien, wo Verdachtserreger untersucht werden, aber auch in der Gastronomie und anderswo erfolgen. Aus Sicht des Arbeitsschutzes ist der Umgang mit Corona und damit infizierten Personen im Gesundheitsbereich durch die vorhandenen Bestimmungen geregelt. Für Beschäftigte, die durch ihre berufliche Tätigkeit mit Infektionserregern in Kontakt kommen können, gilt u.a. die BioStoffV, deren Arbeitsschutzbestimmungen in den Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) bran-chen- und themenspezifisch konkretisiert werden. Weitere Infos

Wo finde ich Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung?

Der Koordinierungskreis für Biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) der DGUV hat Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung aktualisiert und fortgeschrieben. Dieses Faltblatt informiert, was in den Betrieben festzulegen und zu veranlassen ist, wenn sich ein Krankheitserreger weltweit verbreitet. Das Faltblatt wird gemeinsam von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) und dem Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit (VDSI) herausgegeben. Mehr Infos

13. Wo finde ich weitergehende Hinweise?

Bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Beim Robert Koch-Institut

Bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

Mit dem Motorrad fit in den Frühling

Vor den ersten Touren sollten Biker sich und ihr Fahrzeug gut vorbereiten. Neben funktionierender Technik und guter Sicherheitsausrüstung ist aber auch gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr notwendig. Das sollten Sie beachten.

Vor der ersten Fahrt: Technik gründlich checken

  • Das Motorrad gründlich reinigen und auf Fehler oder Roststellen überprüfen.
  • Batterie prüfen, ist sie ausreichend gefüllt und geladen?
  • Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel überprüfen und bei Bedarf nachfüllen.
  • Lichtanlage und elektronische Anlage, z.B. Kupplungs- und Seitenständerschalter, testen.
  • Antriebskette korrekt spannen und schmieren.
  • Bremsbeläge und Bremswirkung prüfen.
  • Profilzustand und Luftdruck der Reifen prüfen.
  • Wer in der beginnenden Saison mehr Motorrad fahren möchte als bisher, sollte auf das Reifenherstellungsdatum achten. Liegt es fünf Jahre oder mehr zurück, sollte der Reifensatz ausgetauscht werden.
  • Eventuelle Mängel vor Fahrtbeginn reparieren lassen.
  • Gegebenenfalls die Schwimmerkammern der Vergaser entleeren. Benzinhahn öffnen und frischen Kraftstoff in den Vergaser füllen.

Auf die richtige Motorradkleidung kommt es an

Die Voraussetzung für sicheres Motorradfahren ist die richtige Kleidung. Neben Helm und Handschuhen sind eine warme Kombi sowie Nierengurt bzw. Rückenprotektor zu empfehlen. Kontrastreiche Kleidung macht Motorradfahrer für andere Verkehrsteilnehmer besser sichtbar. Ihr Anti-Beschlag-Visier sollten Sie auf Kratzer untersuchen und gegebenenfalls austauschen.

Tipps für die erste Fahrt

Nicht nur die Maschine braucht nach der Winterpause eine Auffrischung, auch der Fahrer sollte nicht ohne Vorbereitung wieder aufsteigen. Wichtig ist, dass Sie sich vor Saisonbeginn wieder mit Ihrem Motorrad vertraut machen. Die erste Fahrt sollten Sie auf einer wenig befahrenen Straße durchführen, um die Bremsen nochmals im Fahrbetrieb zu testen und das Fahren in Schräglage oder das Ausweichen wieder aufzufrischen. Denken Sie daran, dass nach der langen Winterpause auch die eigene Fitness oft noch zu wünschen übrig lässt. Also lassen Sie es lieber etwas ruhiger angehen. Lange und anspruchsvolle Ausflüge wie Berg- und Passfahrten sollten Sie anfangs vermeiden.

Autofahrer haben Motorradfahrer noch nicht im Blick

Nicht nur Motorradfahrer müssen sich wieder ans Fahren und an ihre Maschine gewöhnen, auch für Autofahrer ändert sich nun die Verkehrslage. Bei den ersten Ausflügen sollten Zweiradfahrer deshalb möglichst defensiv fahren, denn oftmals unterschätzen Autofahrer ihre Geschwindigkeit und ihr Beschleunigungsvermögen noch. Für viele Autofahrer ist es schwierig, sich bei Ausweich- und Bremsmanövern in die Motorradfahrer hineinzuversetzen. Darum sollten alle Verkehrsteilnehmer zu jeder Zeit rücksichtsvoll und vorausschauend fahren.

Eine defensive Fahrweise ist auch deshalb angebracht, weil es vor allem in Waldstücken und auf Brücken morgens noch feuchte und eisglatte Straßenabschnitte geben kann. Vielerorts sind die Straßenoberflächen durch den Frost aufgerissen, sodass sich zum Teil große und tiefe Schlaglöcher bilden. Diese sowie liegen gebliebener Rollsplitt können für Zweiradfahrer gefährlich werden.

Neue Motorrad-Trainings für sicheren Fahrspaß

Die Teilnahme an einem Motorradtraining ist ein idealer Start in die Motorradsaison. Seit 2018 warten neben den bekannten ADAC Motorrad-Trainings vier „BMW Motorrad RIDES powered by ADAC“-Trainings auf alle Biker. Die Programme werden bundesweit auf ADAC Trainingsanlagen angeboten. Mit den „BMW Motorrad RIDES powered by ADAC“ ist für Anfänger und Profis Sicherheit und Fahrspaß garantiert. Die Trainings finden für Kleingruppen zwischen 6 und 12 Personen auf verschiedenen aktuellen BMW-Motorrad-Modellen statt. Erfahrene Instruktoren des ADAC sorgen für das optimale Verhältnis von Lernen und Spaß.

Quelle: ADAC

Motorradsaison 2020: So starten Sie sicher

Die Vorfreude auf die Motorradsaison 2020 beginnt. Der Frühling naht, die Motorräder kehren auf die Straßen zurück. Wichtig: Vor dem Start in die neue Saison sollten die Maschinen gründlich gecheckt werden. Die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Sachverständiger e.V. (KÜS) erklärt, worauf es wirklich ankommt.

Ganz am Anfang steht die gründliche Reinigung des Motorrades. Danach lassen sich eventuelle Schäden, aber auch Roststellen, besser erkennen und behandeln. Gründlich sollte man auch die Reifen checken. Die KÜS empfiehlt eine Profiltiefe von drei Millimeter, vorgeschrieben sind 1,6 Millimeter. Der Reifendruck sollte ebenso wie die Felge kontrolliert werden. Gleiches gilt für den Rahmen. Sein tadelloser Zustand sorgt für die Stabilität des Kraftrades, Beschädigungen können schlimme Folgen haben. Anbauteile, Verkleidungen und Packtaschen müssen sorgfältig und sicher befestigt werden.

Auf die Kontrollliste gehören auch Batterie, Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel in Qualität und Quantität, das ist vor allem ein Thema für die Fachwerkstatt. Ein Blick auf die Bremsbeläge schadet nicht, ebenso ein kurzer Bremsentest.

Beim Bewegen des Lenkers können Mängel im Lenkverhalten, wie Rastpunkte oder unterschiedliche Einschlagwinkel, erkannt werden. Achten muss man auch darauf, dass alle Gelenke und Züge freigängig und gut gefettet sind. Beleuchtung und Hupe müssen funktionieren, ebenso die elektrische Anlage, etwa Kupplungs- und Seitenständerschalter. Eine sorgfältige und gründliche Reinigung der Pole sowie der Kontaktklemmen an der Batterie ist dringend zu empfehlen. Einfaches Einfetten, allerdings nicht an den Kontaktverbindungen, schützt die Pole wirksam vor Korrosion.
Noch ein praktischer Tipp: Bei Krafträdern, die mit einem Gemisch aus Treibstoff und Öl fahren, kann sich das Öl über die Wintermonate vom Benzin absetzen. Daher mit so wenig Tankinhalt wie möglich nach der Saison abstellen und beim Saisonstart neu betanken. Die Entleerung der Schwimmkammern der Vergaser macht Sinn, also den Benzinhahn öffnen und frischen Kraftstoff in den Vergaser füllen. Bei Verschmutzung des Luftfilters und/oder des Treibstofffilters sind Reinigung oder gleich Ersatz erforderlich.