40 Jahre mit der BMW GS – Ausfahrt mit der Mutter der Reiseenduros

Zwei Zylinder-Boxer, lange Federwege und eine bequeme Sitzposition: Mit der R80 G/S erfindet BMW vor 40 Jahren ein neues Segment. Doch wie fährt sich die Mutter aller Reiseenduros heute?

Es gleicht der Fahrt mit einem Fahrstuhl: Kurz Gas geben und das Heck hebt sich. Abbremsen und die Federn tauchen wieder ein. Wer heute eine historische BMW R80 G/S fährt, der wundert sich über dieses Fahrverhalten. Das war vor 40 Jahren neu und ungewöhnlich, dem Erfolg der GS tat es aber keinen Abbruch – sie ist seit Jahrzehnten das meistverkaufte Motorrad in Europa.


Vor 40 Jahren war die erste G/S etwas sehr Besonderes.
(Foto: Fabian Hoberg)
Dabei war der Start der Maschine weder einfach noch so richtig geplant. BMW schlittert 1979 mit seinen gediegenen Motorrädern in eine Absatzkrise, vor allem der wichtige US-Markt bricht fast vollständig ein. Neue Ideen und neue Produkte müssen schnell her – ohne lange Entwicklungsarbeit. Ein paar Ingenieure hatten schon Jahre vorher eine Geländesportmaschine als Prototyp auf Basis der R 80/7 entwickelt, den „roten Teufel“. Mit dieser speziellen Mischung fahren sie recht erfolgreich Rennen.

Um ihre Idee der Geschäftsleitung anbieten zu können, rüsten sie das Motorrad für die Straße um und verpassen ihm das Kürzel G/S: G für Gelände und S für Straße. Die Idee ist allerdings nicht neu: Schon seit Mitte der 1950er-Jahren hat Triumph sein Zweizylinder-Modell TR6 als Trophy für die USA im Programm. Die Maschine mit längeren Federwegen, Stollenreifen und hochgelegter Auspuffanlage wird mit dem Film „The great Escape“ mit Steve McQueen bekannt und erfreut sich danach zunehmender Beliebtheit.

Robust und leistungsstark


Triumph hatte mit der TR6 bereits in den 1950er Jahren eine Maschine mit langem Federweg und Stollenbereifung im Programm. Hollywood-Star Steve McQueen hat sie bekannt gemacht.
(Foto: McQueen)
Schon ein knappes Jahr später ist die G/S serienreif und wird verkauft. Neben den grobstolligen Reifen und der größeren Bodenfreiheit setzt die neue Maschine auf eine innovative Einarmschwinge samt wartungsfreiem Kardanantrieb, 800-Kubikzentimeter-Zweizylinder-Boxer mit 50 PS der R80/7 und einem 21 Zoll großen Vorderrad. Das bietet einige Vorteile: Das Hinterrad lässt sich dank nur dreier Schraubverbindungen in wenigen Minuten ausbauen und das ohnehin lästige Kettenspannen entfällt.

Der Zweizylinder-Boxer mit zwei Ventilen pro Zylinder und Stößelstangen arbeitet zuverlässig, ist robust, einfach konzipiert, sodass sich Reparaturen auch in einer Hinterhofwerkstatt in Zentralafrika oder dem Amazonas-Gebiet bewerkstelligen lassen. Die BMW R 80 G/S ist die erste Enduro mit zwei Zylindern und ordentlich Hubraum. Mit 50 PS zählt sie 1980 zur leistungsstärksten, wenn auch schwersten Enduro auf dem Markt. Dafür bietet sie eine Zuladung von fast 200 Kilogramm. Die Zielgruppe steht damit fest: Abenteurer, Weltenbummler und solche, die sich so fühlen möchten.

Handling wie ein Mofa


Die R80 G/S hatte schnell den Ruf, sehr robust und leistungsstark zu sein.
(Foto: Fabian Hoberg)
Die sitzen Anfang der 1980er-Jahre auf einem sehr schmalen Motorrad mit schmaler Sitzbank, niedriger Sitzhöhe und einem spartanischen Cockpit. Vollgetankt wiegt der Oldie zwar 192 Kilogramm, aber das Handling gleicht dem eines Mofas. Draufsetzen, Tank zwischen die Beine klemmen und das Cockpit inspizieren. Neben dem eigentlich immer beschlagenen Tacho zählen fünf Kontrolllampen dazu – einen Drehzahlmesser gibt es seinerzeit nur optional. Ebenso wie weiteres Zubehör für Hasardeure: Handprotektoren, Sturzbügel, Unterfahrschutz, Koffersystem, härtere Federn und einen größeren Tank mit bis zu 43 Liter Volumen. Denn mit dem serienmäßigen 19,5 Liter großen Tank und einem Verbrauch von rund 8 Litern sind lediglich knapp 250 Kilometer am Stück möglich.

Beide Schutzbleche sind nach oben gerückt und bieten zum Reifen hin ausreichend Platz, der Auspuff liegt weit oben und endet in Höhe der Sitzbank. Vor 40 Jahren sieht das bei Motorrädern auf der Straße ungewöhnlich aus, hat aber abseits öffentlicher Wege durchaus einen Sinn: Flussdurchfahrten sind solange kein Problem, bis die beiden tiefer liegenden Vergaser am Motor Wasser ansaugen. Zwar hat BMW die G/S nicht für hartes Gelände konzipiert, aber für schlechte Feldwege, Schotterpisten und harten Sand. Vier Monate nach der Präsentation gewinnt der Franzose Hubert Auriol auf einer Wettbewerbsversion die Rallye Paris-Dakar, fünf weitere Siege der G/S folgen. Die festigen den Ruf der G/S als unverwüstliche Enduro. Aber auch auf Landstraßen und in der Stadt kommt die schwere BMW gut an. Noch heute.

Gewöhnungsbedürftiger „Fahrstuhl-Effekt“


Das Cockpit der R80 G/S war aus heutiger Sicht spartanisch.
(Foto: Fabian Hoberg)
Mit einem satten „Klack“ rastet der erste von fünf Gängen ein, bei leicht geöffnetem Gasgriff ziehen sich die beiden Vergaser den Kraftstoff rein und die G/S rollt los. Nicht ausschließlich nach vorne, sondern auch ein Stück weit nach oben. Grund ist damals neue, „Monolever“ genannte Einarmschwinge, die sich mit einem Federbein gegen den Rahmen abstützt und das Heck nach oben stemmt. Dieser „Fahrstuhl-Effekt“ ist anfangs gewöhnungsbedürftig, nach einigen Tagen bauen die meisten Fahrer die Schaukelei des Hinterrads in ihren Fahrfluss ein.

Auch mit der alten Schwinge lässt sich die BMW sportlich bewegen. Der Zweizylinder-Boxer hängt gut am Gas, die Gänge lassen sich mit etwas Zwischengas schnell wechseln. Die beiden Zylinder stehen seitlich im Wind, Luft umströmt sie, der Rahmen unter der weichen Sitzbank zittert ein wenig aufgeregt. Dank des niedrigen Schwerpunkts wedelt die G/S so einfach durch Kurven wie ein leichteres Motorrad. Auf der Autobahn sind sogar bis zu 160 km/h möglich, auch wenn es ab rund 130 km/h eher ungemütlich wird: Ohne Schild drückt der Wind voll auf die Brust, verlangt dicke Oberarme und einen festen Griff am breiten Lenker.

Fast so teuer wie ein VW Golf


Die R80 G/S lässt sich erstaunlich beschwingt um die Kurve bringen.
(Foto: Fabian Hoberg)
Das Alter fällt beim ersten Bremsmanöver auf. Die kleine 260-Millimeter-Scheibenbremse vorne benötigt etwas Zeit, ehe sie zupackt, die hintere Trommelbremse ist vorhanden, wirkt aber nicht wirklich. Dafür untermalen der typische dumpfe Boxersound und das Ventilgeschnatter das Fahren durch Ortschaften. Heißt: vorausschauend fahren und genießen. Genau dafür ist die alte G/S noch heute gut – wie viele Käufe zeigen.

Bis zum Modellwechsel 1987 kaufen über 20.000 Motorradfahrer die BMW-Enduro aus dem Berliner Werk, zahlen dafür mindestens 8350 Mark. Viel Geld, denn ein gleich starker VW Golf kostet nur 2500 Mark mehr. 1984 reagiert BMW mit dem limitierten Sondermodell G/S Dakar inklusive großem Tank, Einzelsitzbank, Gepäckbrücke und Rallye-Optik auf den Wunsch von Weltenbummlern.

Die R 100 GS (ohne Schrägstrich) setzt ab 1987 auf einen Einliter-Boxermotor mit 60 PS, eine R 80 GS bleibt auch in Programm. Beide setzen auf die neue Schwinge „Paralever“, die die Konstruktionseigenheit der Lastwechselkräfte und Aufstellmomente unterbindet. Mit der neuen R 1100 GS geht BMW ab 1994 neue Wege: Der Zweizylinder-Boxermotor hat vier Ventile pro Zylinder und eine Benzineinspritzung und leistet 80 PS. Das Vorderrad wird statt von einer konventionellen Telegabel von einem Dreiecks-Querlenker geführt. Es gibt drei Scheibenbremsen und erstmals optional ein ABS für Reiseenduros.

Mittlerweile produziert BMW rund 85.000 GS-Modelle pro Jahr (2018). Neben dem Zweizylinder-Boxer der R1250 GS zählen noch Modelle mit einem Zylinder (G310 GS) und einem Zylinder-Reihenmotor (F750 GS und F850 GS). Die breite Modellpalette ist erfolgreich: BMW belegte 2019 mit 15,83 Prozent Marktanteil den ersten Platz. In der Kategorie liegen Enduros mit 32,93 Prozent auf dem zweiten Platz hinter den Klassikern (33,9 Prozent). 2019 verkaufte sich die BMW 1250 GS mit 9417 Einheiten mit deutlichem Abstand mehr als die zweitplatzierte Yamaha MT-07 (3708 Einheiten). Wer hätte das vor 40 Jahren nach dem ersten Ritt auf dem Fahrstuhl gedacht?

Quelle: n-tv

Bestätigte Rückrufe

BMW ersetzt Lagerzapfen an Motorrädern

Der Fahrzeughersteller BMW hat weltweit Motorräder der Baureihen R Nine T, R 1250 und K 1600 in die Werkstatt beordert.
Bei den von Ende Oktober bis Ende Januar gebauten Modellen ist ein zu schwacher Lagerzapfen, der die Schwinge mit dem Winkelgetriebe verbindet, eingebaut.

Er kann reißen, wodurch sich die Schraubverbindung lösen kann und Teile mit dem Hinterrad in Berührung kommen können.

Alle Kunden sind benachrichtigt.

Bei einem 20-minütigen Werkstattaufenthalt wird ein Lagerzapfen eingesetzt.

In Deutschland sind laut Fahrzeughersteller BMW 83 Kunden betroffen.

Der Großteil der Motorräder ist bereits abgearbeitet.


Ducati, 1299 Superleggera, Bj: 2017 , Unfallgefahr aufgrund von fehlerhaften Bremsbelägen : Der Hersteller ruft daher das Produkt zurück, stellt jedoch auch auf Nachfrage keine weiteren Informationen bereit. Die Aktion ist für den Kunden kostenlos.
Dauer: Keine Angabe


Triumph,
Street Triple RS, Speed Triple S / RS , Tiger 1200 XR / XRX / XRX-Low / XCA / XCX , Tiger 1200 Alpine / Tiger 1200 Desert
Factory Modelle
Baujahr: 2017 – 2020

Unfallgefahr aufgrund von fehlerhaften Bremsbelägen: Die vorderen Bremsbeläge könnten potentielle Probleme mit dem Ablösen des Bremsbelags-Reibmaterials vor der Trägerplatte haben, insbesondere, aber nicht ausschließlich, wenn sie in einer korrosiven Umgebung verwendet werden. Infolgedessen könnte die Bremsleistung der Vorderradbremse beeinträchtigt sein. Abhilfe: In der Werkstatt werden die Beläge gegen ein überarbeitetes Produkt ausgetauscht.
Dauer: Keine Angabe


Aprilia,
RSV4 , Tuono , Factory Modelle,
Unfallgefahr aufgrund von fehlerhaften Bremsbelägen

Der Hersteller ruft daher das Produkt zurück, stellt jedoch auch auf Nachfrage keine weiteren Informationen bereit. Die Aktion ist für den Kunden kostenlos.
Dauer: Keine Angabe

Die neue Stundenliste

Ich habe in meinem beruflichen Umfeld bemerkt, daß es sehr sinnvoll ist seine Arbeitszeit nochmal selbst zu dokumentieren. In öffentlichen Netzen war es aber unmöglich eine einfache und kostenlose Lösung zu finden.

Ich habe das Problem jetzt für mich gelöst und eine allgemeine Stundenzettel-Lösung gebaut, die auch eine Überstundenberechnung enthält und eine Jahresgesamtstatistik. Und das Ganze ist auch noch einfach zu bedienen. Sie läßt sich einfach für fast jede Firma und fast jede Tätigkeit benutzen.

Hier stelle ich sie Euch nun zur Verfügung.

Die Stundenliste (Download und unbegrenzte Nutzung) ist kostenlos. Falls Ihr sie im Aufbau ändern wollt, muß ich Euch fürs Passwort einmalig 5 € berechnen (auf Anfrage, peter@psk-la.de ).

Wenn Ihr noch Fragen dazu habt, werde ich sie Euch gerne beantworten. Und wenn Ihr Anregungen habt, was ich noch basteln könnte, dann schreibt mir.

Die Stundenlisten findet Ihr auch im Downloadcenter unter Service & Media=>Download Center

Screenshots:
 

Download: 
Download für Open Office und Libre Office Calc (.ods) 1.3.2
Download für Microsoft Exel (.xls) 1.3.2

Versionen vom 24.05.2020

Petition: Keine Fahrverbote Für Motorräder An Sonn- Und Feiertagen

Wir Motorradfahrer sprechen uns vehement gegen begrenzte oder generelle Sonn- und Feiertagsfahrverbote aus.

Am 15.05.2020 kam der Bundesrat in der Sitzung 989 zusammen. In dieser Sitzung wurde unter anderem im Tagespunkt 10 der Beschluss erörtert, der als Forderung an die Bundesregierung gerichtet ist. www.bundesrat.de/DE/plenum/bundesrat-kompakt/20/989/989-pk.html?nn=4352766#top-10 www.bundesrat.de/SharedDocs/TO/989/to-node.html;jsessionid=6D540169138BB717E577B44CFF05DA58.2_cid391?cms_topNr=10#top-10 Dieses ist ein Antrag des Landes Nordrhein-Westfalens, Unterzeichner Armin Laschet.

Zum einen will die Länderkammer sich nach einem Beschluss dafür einsetzen, die zulässige Lautstärke bei Neufahrzeugen auf maximal 80dB/A in allen Betriebszuständen zu begrenzen. Das entspräche einem vorbeifahrenden LKW oder einem topmodernen Rasenmäher.

In einem weiteren Vorschlag des Ministeriums für Verkehr des Landes Baden-Württemberg sollen die Länder der Polizei bei gravierenden „Lärmüberschreitungen“ die Möglichkeit geben, eine sofortige Sicherstellung vornehmen zu dürfen. Außerdem soll das sogenannte Auspufftuning härter bestraft werden. In diesem Zusammenhang wollen die Länder es ermöglichen, begrenzte Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen auszusprechen. vm.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mvi/intern/Dateien/PDF/PM_Anhang/200213_Forderungskatalog_Initiative_Motorradl%C3%A4rm_01.pdf

„Petition: Keine Fahrverbote Für Motorräder An Sonn- Und Feiertagen“ weiterlesen

Petition zur Rücknahme der StvO-Novelle vom 28.04.2020

Am Dienstag, den 28. April 2020 trat die StVO-Novelle in Kraft. Bei Verstößen gegen die neue Straßenverkehrsordnung drohen dann teils völlig überzogene Strafen und Bußgelder. Besonders Geschwindigkeitsverstöße werden künftig drastisch bestraft. Und es droht bei geringen Geschwindigkeitsübertretungen bereits der Entzug des Führerscheins. Das könnte zukünftig im Jahr in Deutschland bis zu 2 Mio. Führerscheine kosten. Das muss verhindert werden. „Petition zur Rücknahme der StvO-Novelle vom 28.04.2020“ weiterlesen

BMW – Motorrad Rückruf – Gefahr am Hinterrad

Gefahr am Hinterrad

BMW hat einen weltweiten Rückruf für diverse Modelle gestartet, weil einige Komponenten ungewollt mit dem Hinterrad in Berührung kommen können. Die Schraubverbindung der Schwinge zum Winkelgetriebe kann fehlerhaft sein.

BMW ruft weltweit insgesamt 440 Bikes zurück, die zwischen dem 31. Oktober 2019 und dem 30. Januar 2020 produziert wurden. Vom Rückruf betroffen sind dabei die Modelle R nineT, R nineT Pure, R nineT Scrambler, R nineT Urban G/S, R 1250 GS, R 1250 GS Adventure, R 1250 RT, R 1250 R, R 1250 RS, K 1600 GT, K 1600 B. Der Rückruf gilt auch für Deutschland, wo insgesamt 83 Bikes betroffen sind.

Problematische Verschraubung

Die Rückruf-Aktion musste gestartet werden, weil einige Komponenten möglicherweise mit dem Hinterrad in Berührung kommen können, was zu gefährlichen Situationen, Kontrollverlust und schließlich zu Unfällen führen kann. BMW teilt folgendes Fehlerbild mit: „Das Material des Lagerzapfens, welche die Schwinge mit dem Winkelgetriebe verbindet, weist nicht die korrekte Güte auf. Die nötige Streckgrenze wird nicht erreicht. Der Fehler tritt nur auf, wenn die Verschraubung im Nacharbeitsprozess manuell angezogen wurde.“ Aufgrund des Fehlers kann der Lagerzapfen reißen, wodurch sich die Schraubverbindung der Schwinge zum Winkelgetriebe lösen kann. Dadurch kann es zu einer Berührung mit den Speichen des Hinterrades kommen. Im schlimmsten Fall droht ein Sturz. Bei den betroffenen Fahrzeugen wird der Lagerzapfen ersetzt.

Der Werkstattaufenthalt soll dabei lediglich 20 Minuten in Anspruch nehmen. Die Rückrufaktion ist bereits im März angelaufen und laut BMW sollen die meisten betroffenen Fahrzeuge in Deutschland auch bereits verarztet sein.

A1-Motorräder mit Autoführerschein B196 fahren

Ab sofort haben erfahrene Autofahrer eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, auch Motorräder der Klasse A1, also Leichtkrafträder bis 125 cm³, mit dem Führerschein B196 zu fahren.

  • Fahrerschulung umfasst mindestens neun Unterrichtseinheiten zu jeweils 90 Minuten

  • Keine theoretische und keine praktische Prüfung erforderlich

  • B196 gilt nur in Deutschland

Nach einer Fahrerschulung können jetzt auch Krafträder der Klasse A1 in Deutschland gefahren werden, ohne dass die dafür vorgeschriebene vollständige Ausbildung durchlaufen werden muss. Auch auf die theoretische und praktische Prüfung wird verzichtet.

Durch die Neuregelung können bereits erfahrene Autofahrer ihren Pkw-Führerschein relativ einfach und preiswert auf leichte Motorräder erweitern und sich damit eine zusätzliche Mobilitätsoption verschaffen.

Voraussetzung für die Erweiterung der Klasse B mit der Schlüsselziffer 196:

  • Fahrerschulung mit mindestens vier theoretischen und fünf praktischen Unterrichtseinheiten zu jeweils 90 Minuten

  • Vorbesitz der Pkw-Klasse B für mindestens 5 Jahre

  • Mindestalter 25 Jahre

Da es sich um eine Erweiterung der Klasse B mit der nationalen Schlüsselziffer 196 handelt, wird die Klasse nur in Deutschland anerkannt. Im Ausland wird diese nicht akzeptiert!

Bisherige Regelung in Deutschland

Um sogenannte Leichtkrafträder mit 125 cm³ fahren zu dürfen, war bislang in Deutschland eine Fahrberechtigung der Klasse A1 bzw. die alte Klasse 1b Voraussetzung. An dieser Regelung ändert sich durch die Neuregelung nichts.

Hinweis: Eine Fahrerlaubnis, die vor dem 1.4.1980 in den Klassen 2, 3 oder 4 (bzw. den korrespondierenden Fahrerlaubnisklassen der ehemaligen DDR) erteilt worden ist, berechtigt ebenfalls zum Führen von Leichtkrafträdern in Deutschland und im Ausland.

Für alle anderen, die ihre Fahrerlaubnis nach dem 1.4.1980 erworben haben, galt: Nur mit der Führerscheinklasse A1 durfte ein Motorrad gefahren werden. Die Neuregelung hat dies nun geändert – aber nur für das Führen der Fahrzeuge der Klasse A1 in Deutschland!

Länder mit ähnlichen Regelungen

Auch andere Länder haben vergleichbare Regelungen, die es gestatten, dass Inhaber einer Pkw-Fahrerlaubnis auch 125er fahren. Das gilt jedoch nur für Inhaber von Führerscheinen des jeweiligen Landes! Inhaber einer deutschen Fahrerlaubnis können sich auf diese Regelungen nicht berufen!

Italien: Italienische Pkw-Führerscheine umfassen auch die Klasse A1.
Wichtig: Berechtigung gilt nur auf italienischem Hoheitsgebiet!

Belgien: Belgische Pkw-Führerscheine, ausgestellt zwischen 1.1.1967 und 31.12.1988, umfassen die Klasse A.

Luxemburg: Luxemburgische Pkw-Führerscheine, ausgestellt vor dem 1.7.1977, umfassen ebenfalls die Klasse A.

Norwegen: Norwegische Führerscheine der Klassen 1 und 2, die vor dem 1.4.1979 ausgestellt wurden und später in das Modell N2/N3 der Klasse BE umgetauscht wurden, beinhalten die Klasse A1.

Frankreich: Französische Pkw-Führerscheine berechtigen zum Führen von A1-Krafträdern, wenn sie vom 1. Januar 1955 bis zum 18. Januar 2013 ausgestellt wurden, eine konkrete 5-jährige Fahrpraxis nachgewiesen wird oder, wenn dieser Nachweis nicht geführt werden kann, die Bescheinigung, an einer 3- bis 7-stündigen Schulung bei einer Fahrschule teilgenommen zu haben, vorgelegt wurde (Code 79).

Österreich: Österreichische Pkw-Führerscheine der Klasse B umfassen die Klasse A1, wenn mindestens 5 Jahre ununterbrochener Besitz der Klasse B besteht und der Nachweis des praktischen Fahrunterrichts von insgesamt mindestens 6 Stunden in Fahrschulen oder bei einem Automobilclub nachgewiesen wurde (Code 111). Der Code 111 wird außer in Österreich in folgenden EU-Ländern akzeptiert: Spanien (nach mindestens 3-jährigem Besitz der Klasse B), Portugal (ab einem Mindestalter von 25 Jahren), Tschechische Republik (nur mit Fahrzeugen mit Automatikgetriebe), Italien und Lettland.

Quelle: ADAC