Rückruf BMW S1000RR

Betroffen sind BMW S1000RR,

Baujahr: 09.05.2019 – 07.06.2019

Möglicher Getriebeschaden aufgrund von Fehlerteil

Bei der mechanischen Bearbeitung des Kurbelgehäuses wurden zwei Ölbohrung möglicherweise nicht tief genug gebohrt. In diesem Fall könnte die Ölversorgung von der Ölpumpe zum Getriebe nicht ausreichend sichergestellt werden. Ein erhöhter Verschleiß und Schaden des Getriebes können die Folge sein. Abhilfe: In der Werkstatt werden die Motoren nachgearbeitet oder ersetzt.
Dauer: Keine Angabe

Merkmale nach Abhilfe: Im Hersteller-Werkstattsystem. Code 110011

Gerichtsurteil Blitzer: Wie zuverlässig sind Radar-Blitzer?

Radar-Blitzer wird es zwar weiter geben. Aber nach einem Gerichtsurteil des saarländischen Verfassungsgerichtshofs sind sie zumindest nicht mehr automatisch über jeden Zweifel erhaben und werden nicht mehr per Definition als fehlerfrei betrachtet.

Das Gericht hat am 05. Juli 2019 geurteilt, dass Messungen mit dem Jenoptik Traffistar S350 nicht verwertbar sind. Vorausgegangen war die Klage eines geblitzten Autofahrers gegen die Tatsache, dass die Messanlagen dieses Typs nicht alle Daten speichern. Eine Anfechtung der Vorwürfe sei dadurch unmöglich. In ihrem Spruch erklären die Verfassungsrichter, die drei Sachverständige eingeschaltet hatten: “Das Grundrecht auf wirksame Verteidigung schließt auch in einem Bußgeldverfahren über eine Geschwindigkeitsüberschreitung ein, dass die Rohmessdaten der Geschwindigkeitsmessung zur nachträglichen Plausibilitätskontrolle zur Verfügung stehen.” (Aktenzeichen Lv 7/17, ID 345, Verfassungsgerichtshof d. Saarlandes).

Doch wie wirkt sich dieses Urteil auf künftige Bußgeldvorwürfe aus? Dazu das Berliner Unternehmen Coduka, Betreiber des Portals www.geblitzt.de: “Konkrete Anhaltspunkte für fehlende Plausibilität der gemessenen Geschwindigkeit können sich ergeben, wenn das Blitzerfoto nicht eindeutig ist, mehrere Fahrzeuge gleichzeitig gemessen werden oder wenn der Betroffene nicht eindeutig als Fahrzeugführer identifiziert werden kann.”

Auch Verstöße gegen die Bedienungsanleitung der Messanlage oder eine ungewöhnliche Form des geblitzten Fahrzeugs, schlechte Sichtverhältnisse und eine hohe Verkehrsdichte könnten die Grundlage für eine erfolgreiche Anfechtung der Vorwürfe sein.

“Wir begrüßen die Entscheidung des Gerichts”, so ein Coduka-Sprecher. “Hoffentlich ziehen die anderen Bundesländer nach. So hätten Betroffene deutschlandweit mehr Möglichkeiten bei der Überprüfung von Bußgeldvorwürfen.”

Quelle: verkehrsauskunft.de

Motorradveranstaltung European Bike Week: Mega-Fete für Harley-Davidson-Fans und -Fahrer

Die Motorradveranstaltung European Bike Week lockt Anfang September 2019 Tausende von Bikern an den Faaker See.

Harley ruft zur Motorradveranstaltung European Bike Week
Wer in der ersten Septemberwoche zu Hause bleibt, verpasst nicht weniger als die Mega-Fete des Jahres für Harley-Davidson-Fans und -Fahrer. Zehntausende Biker wird die European Bike Week am Faaker See in Kärnten vom 03. bis 08. September anlocken.Rund um den See wird gefeiert. “Hier trifft man sich zum Entspannen und Fachsimpeln, um Bikes, Food, Drinks und Musik zu genießen und natürlich zum Shoppen”, heißt es bei Harley-Davidson. Neu sind zwei tägliche Fashion-Shows, die Harley Bar, ein Großzelt mit Livebühne, das Faaktober-Zelt und die Harley Lounge.Um Pokale und die Ehren geht es bei der Harley-Davidson Custombike-Show. Vom Village aus werden geführte Touren in das Kurven-Dorado der umliegenden Alpenregion angeboten. Im Expo-Zelt gibt’s die brandneuen Milwaukee-Irons für 2020 zu sehen – allen voran natürlich die LiveWire, das erste elektrisch angetriebene Motorrad eines Großserienherstellers. Musik wird auch reichlich geboten – und ganz nach dem Geschmack der Biker.

Kein Mitverschulden bei fehlender Motorradschutzkleidung an den Beinen bei Fahrt und Unfall mit einer Harley Davidson

Das Landgericht Frankfurt am Main hat in seiner Entscheidung vom 7.6.2018 bestätigt, dass – nach wie vor – von einem normalen Motoradfahrer nicht unbedingt erwartet werden darf, dass er eine Schutzhose trägt. Dies, weil es weder gesetzlich vorgeschrieben noch „üblich“ ist. Wird er ohne eine Schutzhose bei einem Unfall verletzt, bewirkt dies allein keine Mithaftung.

Das Gericht führte hierzu u.a. aus:

Ein allgemeines Verkehrsbewusstsein zum Tragen von Motorradschutzkleidung an den Beinen kann nicht schon aus einem reduzierten Verletzungsrisiko hergeleitet werden. Kann ein dahingehendes Verkehrsbewusstsein den tatsächlichen Umständen und Gepflogenheiten der betroffenen Verkehrsteilnehmer nicht entnommen werden, ist ein Mitverschulden des geschädigten Motorradfahrers nicht feststellbar. (Aus den Gründen: …Klar ist zunächst, dass nur das Tragen eines Schutzhelms gesetzlich vorgeschrieben ist, für eine Schutzkleidung gibt es keine vergleichbare Regelung. Allein deswegen kann ein Mitverschulden des Motorradfahrers aber noch nicht verneint werden. Denn die Sorgfaltspflicht von Verkehrsteilnehmern richtet sich nicht allein nach geschriebenen Normen. Hier vermochte die Kammer ein allgemeines Verkehrsbewusstsein zum Tragen von Motoradschutzkleidung – etwa Lederhosen mit Protektoren – an Beinen beim Fahren einer Harley Davidson nicht festzustellen…).

Es ist bzw. wäre aber bei sehr sportlichen Motorrädern und/oder Fahrweise zu erwarten, dass ein Gericht anders entscheiden würde, ähnlich wie von Rennradfahrern zum Teil auch das Fehlen eines Helmes als Mitverschulden sieht, auch wenn keine generelle gesetzliche Helmpflicht besteht.

(LG Frankfurt am Main, 2-01 S 118/17)

Unfallurteil

Diese Urteile befassen sich mit unterschiedlichsten Haftungsfragen bei Unfällen mit Beteiligung eines motorisierten Zweirades.

Wie groß ist die „Betriebsgefahr“ bei einem Motorrad ?

Das Landgericht Hamburg hat in seiner Entscheidung vom 24.5.2019 entschieden, dass die allgemeine Betriebsgefahr eines Kraftfahrzeugs vor allem durch diejenigen Schäden bestimmt wird, die Dritten drohen und die Betriebsgefahr eines Motorrads demzufolge nicht schon deshalb erhöht ist, weil dessen Fahrer selber nicht durch eine ihn umgebende Karosserie geschützt ist.

Ein Motorradfahrer hielt an einer Ampel. Nachdem er wieder losgefahren war, kollidierte er nach 200 Metern mit einem Auto. Dessen Fahrer wollte in eine Tankstelle abbiegen und musste die Fahrbahn des Motorradfahrers überqueren. Ein Sachverständiger kam zu dem Ergebnis, dass der Motorradfahrer statt der erlaubten 50 km/h mindestens 70 km/h gefahren war. Er hatte also die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 40% überschritten.

Das LG Hamburg hat entschieden, dass der Autofahrer 70% des Schadens und der Motorradfahrer 30% übernehmen muss.

Nach Auffassung des Landgerichts ist für die Kollision im Wesentlichen der Autofahrer verantwortlich. Der Unfall habe sich im unmittelbaren räumlichen und zeitlichen Zusammenhang mit seinem Abbiegen ereignet. Stelle man diesen Pflichtverstoß der überhöhten Geschwindigkeit des Motorradfahrers gegenüber, sei eine Haftungsquote von 70% zu 30% zu Lasten des Autofahrers angemessen. Es gebe auch keine erhöhte Betriebsgefahr für ein Motorrad. Es komme nicht darauf an, dass ein Motorradfahrer nicht durch eine Karosserie geschützt sei. Die allgemeine Betriebsgefahr eines Fahrzeugs werde durch die Schäden bestimmt, die andere dadurch erleiden könnten. Deshalb scheide eine höhere Haftung des Motorradfahrers aus.

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies: Betriebsgefahr ist das, was anderen Personen oder Sachen an Schäden droht, nicht was dem verursachenden Fahrer oder Fahrzeug an Schäden droht.

(LG Hamburg, 306 O 15/18)

Motorradfahren mit Beifahrer

Motorradfahren mit Beifahrer ist eine besondere Herausforderung. Damit es nicht nur dem Fahrer, sondern auch dem Beifahrer Freude macht, sollten folgende Regeln beachtet werden.

Beifahrer-Sitz muss vorhanden sein

Generell gilt, dass ein Motorrad oder ein Motorroller über Beifahrer-Sitz, Fußrasten und Haltevorrichtung verfügen müssen, damit eine zweite Person als Beifahrer mitgenommen werden darf. Fehlen diese Vorrichtungen, muss der Eintrag im Kfz-Schein geändert werden.

Gute Motorrad-Kleidung ist obligatorisch

Selbstverständlich sollte nicht nur der Fahrer, sondern auch der Sozius immer komplette Motorradkleidung tragen. Ein Motorrad-Schutzhelm ist auch für Beifahrer vom Gesetz vorgeschrieben. Der Helm muss perfekt passen und sollte über die aktuelle Prüfnorm verfügen. Nur dann bietet er seinem Träger optimalen Schutz. Tragen Sie auf keinen Fall einen womöglich ausgemusterten oder zu großen “Ersatz-Helm”, denn der schützt nur vor einem Bußgeld aber nicht bei einem Unfall.

Fahrverhalten anpassen

Mit einem Beifahrer ändert sich das Fahrverhalten der Maschine, je nach Gewicht sogar deutlich. Die Achslastverteilung und damit die Fahrphysik verändern sich: Das Vorderrad wird entlastet und überträgt die Lenkbefehle weniger genau. Das Heck pumpt wegen des Mehrgewichts stärker und kann sogar die Fahrlinie beeinflussen. Deshalb müssen vor einer Fahrt mit zwei Personen die Federelemente der Mehrbelastung angepasst werden. Vor allem im Heck müssen Federvorspannung und, sofern einstellbar, die Dämpfung erhöht werden.

Eine Erhöhung des Reifendrucks ist ebenfalls nötig. Mindestens 0,2 bar mehr als im Solobetrieb sind angebracht, der maximale Reifenluftdruck (siehe Betriebsanleitung) ist allerdings zu beachten. Bei Fahrten mit Beifahrer gewinnt die Hinterradbremse stark an Bedeutung. Die Bremslastverteilung verändert sich je nach Maschinentyp – von einem Verhältnis von Vorderrad zu Hinterrad von rund 80:20 bis hin zu 50:50. So oder so: Auf jeden Fall wird der Bremsweg zu zweit um einiges länger.

Damit es zu keinen Problemen kommt, muss auch das Fahren mit Beifahrer geübt werden. Denn die Einspurdynamik mit ihren hohen Beschleunigungs- und Verzögerungswerten sowie der Schräglage erschließt sich nicht von selbst. Ein “Trockenkurs” auf einem Parkplatz kann helfen. Beispielsweise beim richtigen Auf- und Absteigen, vor allem aber bei der richtigen Sitzposition des Beifahrers.

Nur wenn Fahrer und Beifahrer eine Einheit bilden, kommt es zu einem echten Fahrerlebnis. Der Sozius umfasst hierzu am besten die Taille des Fahrers, damit beim Beschleunigen und auch während der Fahrt enger Kontakt besteht. Beim Bremsen stützen sich die Hände des Beifahrers – falls möglich – am Tank ab.

Der Blick des Beifahrers über die Schulter des Fahrers verhindert das Zusammenschlagen der Helme – und führt automatisch zur richtigen Haltung bei der Kurvenfahrt in Schräglage: immer über die Fahrer-Schulter blicken, die sich zur Innenseite der Kurve neigt. Wichtigste Regel für Mitfahrer: Bei Schräglage nie gegenlegen, das kann bis zum Sturz führen.

Vertrauen schaffen und erhalten

Selbstverständlich darf der Fahrer das Vertrauen seines Beifahrers nicht enttäuschen. Wilde Ritte und Kurvenkratzen auf der Fußraste sind tabu und führen zu Angst und Verkrampfung. Deshalb sollte der Fahrer vorausschauend und defensiv fahren. Nicht nur die Etappenlänge ist vor Fahrtbeginn abzusprechen: Auch wer keine Helmsprechanlage besitzt, kann mit vereinbarten Zeichen (z.B. ein Mal auf die Schulter klopfen = langsamer, zwei Mal klopfen = anhalten) für die nötige Kommunikation unterwegs sorgen und so zum gemeinsamen Fahrspaß beitragen.

Motorradhersteller Ducati gibt Sommerbonus

Sommerzeit ist Biker-Zeit: Der italienische Motorradhersteller Ducati bietet bis zum 31. August 2019 beim Kauf einer Neumaschine bestimmter Baureihen einen Bonus von bis zu 1.250 Euro.

Dieser kann für Bekleidung und Zubehör verwendet werden.

Die Höhe richtet sich nach der Wahl des Modells und beträgt mindestens 700 Euro.

Zeichen gegen RECHTS

Ein Zeichen haben die Worker Wheels Braunschweig bei einer Demonstration gegen Rechts gesetzt. Ein breites Bündnis, darunter u.a. auch die IG-Metall, hatte in Braunschweig gegen zunehmende Aktivitäten von Rechtsradikalen in der Löwenstadt aufgerufen. Hintergrund der Demonstration waren Morddrohungen gegen den Sprecher des “Bündnisses gegen Rechts”, David Janzen. Rund 3000 Braunschweigerinnen und Braunschweiger zeigten mit dieser Veranstaltung in der Innenstadt was sie davon halten.

Die Worker Wheels waren mit einer kleinen Gruppe zum Versammlungsort gefahren. Schnell waren Zettel mit “Bikerinnen und Biker gegen Rechts und Hetze ! – Für Respekt und Toleranz, egal ob auf der Straße oder in der Gesellschaft” an die Scheiben geklebt und schon ging es los. Insgesamt waren fünf Biker an der spontan organisierten Aktion beteiligt. Weitere Worker Wheeler kamen direkt von der Arbeit zur Demo, sodass ein Dutzend Mitglieder unserer Gruppe klare Flagge gegen Rechts zeigten.

Ansprechpartner gesucht

Wie hier in der Community bereits kurz berichtet, sind die Worker Wheels Braunschweig auf dem diesjährigen Gewerkschaftstag in Nürnberg vertreten. Dieser findet vom 6. – 12. Oktober statt. Nach unserem Selbstverständnis möchten wir nicht nur unsere eigenen Touren und Veranstaltungen vorstellen,  sondern den Fokus auf die bundesweit stattfindenden Aktivitäten unseres Netzwerkes legen. Hierzu brauchen wir jedoch eure Unterstützung. Wenn jemand also aussagekräftige Bilder von Touren oder gewerkschaftlichen Aktivitäten (mit Bike !) hat, schickt uns das bitte zu. Darüber hinaus suchen wir noch ANSPRECHPARTNER, die sich für eine persönliche Kontaktaufnahme an ihrem Wohnort bzw. Region zur Verfügung stellen. Hierzu brauchen wir natürlich auch die Kontaktdaten (Telefon und Mail). Die Daten übernehmen wir dann in eine Landkarte und legen sie beim Gewerkschaftstag aus. Die Bilder und Kontaktdaten schickt bitte an norbert.stoltze@volkswagen.de

Bridgestone arbeitet am vernetzten Reifen

Der größte Reifenkonzern der Welt will sich nicht mehr nur um die “Beine” des Autos kümmern: Bridgestone übernimmt die Telematik-Sparte von TomTom und entwickelt weitere Dienste rund ums Auto. Nicht unumstritten ist dabei der Chip im Reifen, der auch (zu) viel über die Fahrkünste des Nutzers verraten kann.

Wer will schon Brückensteine als Reifen? Dieser spöttische Spruch machte in den 80er-Jahren unter denselben deutschen Autofahrern die Runde, die auch japanische Autos als “Reisschüsseln” verunglimpften. Inzwischen ist Bridgestone, das damals gerade nach Europa kam, der größte Reifenbauer der Welt. Jetzt versuchen die Japaner, einen Rückstand in den Bereichen autonomes Fahren, Vernetzung oder Carsharing aufzuholen.

Bei diesen Zukunftsthemen, die längst Gegenwart sind, war zum Beispiel Deutschlands Continental schneller und ist heute einer der weltweit größten Automobilzulieferer, der das große Geschäft längst nicht mehr allein mit Reifen macht. Bridgestone hat reagiert – seit 1. April gehört der niederländische Telematik-Spezialist TomTom zur Familie. Er ist führend, wenn es um die Vernetzung ganzer Autoflotten geht, deren Besitzer stets wissen wollen, wo ihre Fahrzeuge gerade unterwegs sind. Da TomTom in Zehntausenden von Autos eingebaut ist, nutzen viele Navigationssysteme inzwischen deren Daten zu staufreien Routenplanung.

Für Emilio Tiberio, Technologie-Chef von Bridgestone in Europa, ist der Kauf von TomTom ein großer Schritt: “nicht weg von unserem Schwerpunkt Reifen, sondern hin zum Partner für die Mobilität von morgen”.

Intelligente Reifen für mehr Sicherheit

Bridgestone hat gerade den Telematik-Dienstleister TomTom gekauft und entwickelt weitere Dienste rund ums Auto.

In seinem “Digital-Garage” genannten Labor im europäischen Bridgestone-Hauptquartier in Rom zeigt der Ingenieur, was er darunter versteht. Zwischen zwei Fingern hält er einen kleinen Draht, in dessen Mitte ein winziges rechteckiges Kästchen montiert ist. “Darin steckt ein kleiner Chip, der elektronische Signale aussendet”, erklärt er. Der wird in jeden Reifen eingepflanzt. Vergleichbar ist das Ganze etwa mit jenen Chips, mit dem Haustierbesitzer ihre Vierbeiner versehen, um stets deren Aufenthaltsort zu wissen.

Das Mini-Gerät erkennt zum Beispiel am Reifen einen drohenden Luftverlust, zu starke Abnutzung der Lauffläche oder Schäden an den Flanken. Arbeitet es mit der Bordelektronik zusammen, kann es auch weitere Daten wie z.B. Öl- und Kühlwassertemperatur, Drehzahl oder Getriebeinfos nutzen. So liefert die Bridgestone-Entwicklung einen 360-Grad-Blick auf das Auto und meldet ihn an eine spezielle App. Tiberio: “So können drohende Schäden frühzeitig erkannt und teure Folgeschäden reduziert werden.”

Hier kommt dann auch TomTom ins Spiel. Hat ein Unternehmen etwa seine Lkw-Flotte mit TomTom vernetzt und so alle Fahrzeuge rund um die Uhr im virtuellen Blick, können drohende Standzeiten durch Reifen- oder auch Motorschäden rechtzeitig erkannt und im Idealfall sogar vermieden werden.

Totale Überwachung?

Dank seines um 20 Prozent geringeren Rollwiderstandes könnten Verbrauch und CO2-Emissionen gegenüber einem Standard-Sommerreifen reduziert werden.

Eine weitere Idee: Da durch die ständige Messung viele Fahrdaten gemessen werden, sind Rückschlüsse auf die Fahrweise des Lenkers möglich. Verrichtet er seine Arbeit hinterm Lenkrad zum Beispiel bei Kurvenfahrt oder Bremsen besonders schonend, könnten spezielle Versicherungen günstigere Tarife anbieten. Umgekehrt allerdings drohen höhere Kosten, wenn das Auto zu hart herangekommen wird.

Insofern ist der Chip im Reifen ein weiterer Schritt in Richtung “gläserner Fahrer”. Die Daten können nämlich auch von den Behörden angefordert werden, wenn es zum Beispiel um die Aufklärung eines Unfalls geht. Emilio Tiberio beruhigt: “Natürlich unterliegt die Nutzung dieser Technik allen Vorschriften des Datenschutzes. In Summe überwiegen die Vorteile bei Sicherheit und Kostenersparnis”. Noch ist der “vernetzte” Reifen nicht serienreif, soll aber in wenigen Monaten auf den Markt kommen.

Die Japaner wollen auch die jetzt beginnende Elektromobilität begleiten. Tiberio nennt als Beispiel die Entwicklung von speziellen Reifen für die E-Autos. “In einem batteriegetriebenen Fahrzeug sind die Reifengeräusche lauter als die des Motors. In unserem ‘Noise Lab’ (Geräuschlabor) analysieren wir ausführlich die Pegel jedes neuen Reifens und ermitteln die optimalen Parameter, durch die Geräusche im Fahrzeug und im Außenbereich erheblich reduziert werden können.” Ein solcher “B-Silent-Reifen” gehört zum Beispiel beim elektrischen BMW i3 zur Erstausrüstung. Der Technikchef betont aber: “Ganz vermieden werden können Reifengeräusche nicht. Denn es sind in erster Linie die Vibrationen des ganzen Autos in Kombination mit dem jeweiligen Straßenbelag, die dafür verantwortlich sind.”

Eine Lärmreduzierung als Nebeneffekt verspricht auch ein neuer Reifentyp namens “Enliten” mit dem der Leichtbau Einzug in die Reifentechnik halten wird. Er wiegt deutlich weniger als ein herkömmlicher Pneu und benötigt deshalb weniger Material und Rohstoffe. Dank seines um 20 Prozent geringeren Rollwiderstandes könnten Verbrauch und CO2-Emissionen gegenüber einem Standard-Sommerreifen reduziert werden.