{"id":3142,"date":"2019-06-30T15:28:29","date_gmt":"2019-06-30T13:28:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.workerwheels.de\/wwcms\/?p=3142"},"modified":"2019-12-30T13:32:37","modified_gmt":"2019-12-30T12:32:37","slug":"bridgestone-arbeitet-am-vernetzten-reifen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.workerwheels.de\/wwcms\/2019\/06\/30\/bridgestone-arbeitet-am-vernetzten-reifen\/","title":{"rendered":"Bridgestone arbeitet am vernetzten Reifen"},"content":{"rendered":"<div class=\"article__text\">\n<p><strong>Der gr\u00f6\u00dfte Reifenkonzern der Welt will sich nicht mehr nur um die &#8222;Beine&#8220; des Autos k\u00fcmmern: Bridgestone \u00fcbernimmt die Telematik-Sparte von TomTom und entwickelt weitere Dienste rund ums Auto. Nicht unumstritten ist dabei der Chip im Reifen, der auch (zu) viel \u00fcber die Fahrk\u00fcnste des Nutzers verraten kann.<\/strong><\/p>\n<p>Wer will schon Br\u00fcckensteine als Reifen? Dieser sp\u00f6ttische Spruch machte in den 80er-Jahren unter denselben deutschen Autofahrern die Runde, die auch japanische Autos als &#8222;Reissch\u00fcsseln&#8220; verunglimpften. Inzwischen ist Bridgestone, das damals gerade nach Europa kam, der gr\u00f6\u00dfte Reifenbauer der Welt. Jetzt versuchen die Japaner, einen R\u00fcckstand in den Bereichen autonomes Fahren, Vernetzung oder Carsharing aufzuholen.<\/p>\n<p>Bei diesen Zukunftsthemen, die l\u00e4ngst Gegenwart sind, war zum Beispiel Deutschlands Continental schneller und ist heute einer der weltweit gr\u00f6\u00dften Automobilzulieferer, der das gro\u00dfe Gesch\u00e4ft l\u00e4ngst nicht mehr allein mit Reifen macht. Bridgestone hat reagiert &#8211; seit 1. April geh\u00f6rt der niederl\u00e4ndische Telematik-Spezialist TomTom zur Familie. Er ist f\u00fchrend, wenn es um die Vernetzung ganzer Autoflotten geht, deren Besitzer stets wissen wollen, wo ihre Fahrzeuge gerade unterwegs sind. Da TomTom in Zehntausenden von Autos eingebaut ist, nutzen viele Navigationssysteme inzwischen deren Daten zu staufreien Routenplanung.<\/p>\n<p>F\u00fcr Emilio Tiberio, Technologie-Chef von Bridgestone in Europa, ist der Kauf von TomTom ein gro\u00dfer Schritt: &#8222;nicht weg von unserem Schwerpunkt Reifen, sondern hin zum Partner f\u00fcr die Mobilit\u00e4t von morgen&#8220;.<\/p>\n<h2>Intelligente Reifen f\u00fcr mehr Sicherheit<\/h2>\n<div class=\"article__aside article__aside--img article__aside--right\" data-img=\"https:\/\/bilder1.n-tv.de\/img\/incoming\/origs21112252\/9802532710-w1280-h960\/EUPG-2-.jpg\">\n<figure><a href=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/21112252-1561637310000\/16-9\/750\/EUPG-2-.jpg\"> <picture class=\"media media--16-9\"><source srcset=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/21112252-1561637310000\/16-9\/750\/EUPG-2-.jpg\" media=\"(max-width: 767px)\" data-srcset=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/21112252-1561637310000\/16-9\/750\/EUPG-2-.jpg\" \/><source srcset=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/21112252-1561637310000\/16-9\/320\/EUPG-2-.jpg\" media=\"(min-width: 768px) and (max-width: 1279px)\" data-srcset=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/21112252-1561637310000\/16-9\/320\/EUPG-2-.jpg\" \/><source srcset=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/21112252-1561637310000\/16-9\/320\/EUPG-2-.jpg\" media=\"(min-width: 1280px)\" data-srcset=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/21112252-1561637310000\/16-9\/320\/EUPG-2-.jpg\" \/><\/picture><\/a>Bridgestone hat gerade den Telematik-Dienstleister TomTom gekauft und entwickelt weitere Dienste rund ums Auto.<\/figure>\n<\/div>\n<p>In seinem &#8222;Digital-Garage&#8220; genannten Labor im europ\u00e4ischen Bridgestone-Hauptquartier in Rom zeigt der Ingenieur, was er darunter versteht. Zwischen zwei Fingern h\u00e4lt er einen kleinen Draht, in dessen Mitte ein winziges rechteckiges K\u00e4stchen montiert ist. &#8222;Darin steckt ein kleiner Chip, der elektronische Signale aussendet&#8220;, erkl\u00e4rt er. Der wird in jeden Reifen eingepflanzt. Vergleichbar ist das Ganze etwa mit jenen Chips, mit dem Haustierbesitzer ihre Vierbeiner versehen, um stets deren Aufenthaltsort zu wissen.<\/p>\n<p>Das Mini-Ger\u00e4t erkennt zum Beispiel am Reifen einen drohenden Luftverlust, zu starke Abnutzung der Lauffl\u00e4che oder Sch\u00e4den an den Flanken. Arbeitet es mit der Bordelektronik zusammen, kann es auch weitere Daten wie z.B. \u00d6l- und K\u00fchlwassertemperatur, Drehzahl oder Getriebeinfos nutzen. So liefert die Bridgestone-Entwicklung einen 360-Grad-Blick auf das Auto und meldet ihn an eine spezielle App. Tiberio: &#8222;So k\u00f6nnen drohende Sch\u00e4den fr\u00fchzeitig erkannt und teure Folgesch\u00e4den reduziert werden.&#8220;<\/p>\n<p>Hier kommt dann auch TomTom ins Spiel. Hat ein Unternehmen etwa seine Lkw-Flotte mit TomTom vernetzt und so alle Fahrzeuge rund um die Uhr im virtuellen Blick, k\u00f6nnen drohende Standzeiten durch Reifen- oder auch Motorsch\u00e4den rechtzeitig erkannt und im Idealfall sogar vermieden werden.<\/p>\n<h2>Totale \u00dcberwachung?<\/h2>\n<p>Dank seines um 20 Prozent geringeren Rollwiderstandes k\u00f6nnten Verbrauch und CO2-Emissionen gegen\u00fcber einem Standard-Sommerreifen reduziert werden.<\/p>\n<p>Eine weitere Idee: Da durch die st\u00e4ndige Messung viele Fahrdaten gemessen werden, sind R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Fahrweise des Lenkers m\u00f6glich. Verrichtet er seine Arbeit hinterm Lenkrad zum Beispiel bei Kurvenfahrt oder Bremsen besonders schonend, k\u00f6nnten spezielle Versicherungen g\u00fcnstigere Tarife anbieten. Umgekehrt allerdings drohen h\u00f6here Kosten, wenn das Auto zu hart herangekommen wird.<\/p>\n<p>Insofern ist der Chip im Reifen ein weiterer Schritt in Richtung &#8222;gl\u00e4serner Fahrer&#8220;. Die Daten k\u00f6nnen n\u00e4mlich auch von den Beh\u00f6rden angefordert werden, wenn es zum Beispiel um die Aufkl\u00e4rung eines Unfalls geht. Emilio Tiberio beruhigt: &#8222;Nat\u00fcrlich unterliegt die Nutzung dieser Technik allen Vorschriften des Datenschutzes. In Summe \u00fcberwiegen die Vorteile bei Sicherheit und Kostenersparnis&#8220;. Noch ist der &#8222;vernetzte&#8220; Reifen nicht serienreif, soll aber in wenigen Monaten auf den Markt kommen.<\/p>\n<p>Die Japaner wollen auch die jetzt beginnende Elektromobilit\u00e4t begleiten. Tiberio nennt als Beispiel die Entwicklung von speziellen Reifen f\u00fcr die E-Autos. &#8222;In einem batteriegetriebenen Fahrzeug sind die Reifenger\u00e4usche lauter als die des Motors. In unserem &#8218;Noise Lab&#8216; (Ger\u00e4uschlabor) analysieren wir ausf\u00fchrlich die Pegel jedes neuen Reifens und ermitteln die optimalen Parameter, durch die Ger\u00e4usche im Fahrzeug und im Au\u00dfenbereich erheblich reduziert werden k\u00f6nnen.&#8220; Ein solcher &#8222;B-Silent-Reifen&#8220; geh\u00f6rt zum Beispiel beim elektrischen BMW i3 zur Erstausr\u00fcstung. Der Technikchef betont aber: &#8222;Ganz vermieden werden k\u00f6nnen Reifenger\u00e4usche nicht. Denn es sind in erster Linie die Vibrationen des ganzen Autos in Kombination mit dem jeweiligen Stra\u00dfenbelag, die daf\u00fcr verantwortlich sind.&#8220;<\/p>\n<p>Eine L\u00e4rmreduzierung als Nebeneffekt verspricht auch ein neuer Reifentyp namens &#8222;Enliten&#8220; mit dem der Leichtbau Einzug in die Reifentechnik halten wird. Er wiegt deutlich weniger als ein herk\u00f6mmlicher Pneu und ben\u00f6tigt deshalb weniger Material und Rohstoffe. Dank seines um 20 Prozent geringeren Rollwiderstandes k\u00f6nnten Verbrauch und CO2-Emissionen gegen\u00fcber einem Standard-Sommerreifen reduziert werden.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der gr\u00f6\u00dfte Reifenkonzern der Welt will sich nicht mehr nur um die &#8222;Beine&#8220; des Autos k\u00fcmmern: Bridgestone \u00fcbernimmt die Telematik-Sparte von TomTom und entwickelt weitere Dienste rund ums Auto. Nicht &hellip; <a href=\"https:\/\/www.workerwheels.de\/wwcms\/2019\/06\/30\/bridgestone-arbeitet-am-vernetzten-reifen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eBridgestone arbeitet am vernetzten Reifen\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3144,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[30,1],"tags":[],"class_list":["post-3142","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-fahrzeugtechnik","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.workerwheels.de\/wwcms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3142","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.workerwheels.de\/wwcms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.workerwheels.de\/wwcms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.workerwheels.de\/wwcms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.workerwheels.de\/wwcms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3142"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.workerwheels.de\/wwcms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3142\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3146,"href":"https:\/\/www.workerwheels.de\/wwcms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3142\/revisions\/3146"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.workerwheels.de\/wwcms\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3144"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.workerwheels.de\/wwcms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3142"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.workerwheels.de\/wwcms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3142"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.workerwheels.de\/wwcms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3142"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}